HelpAge Deutschland

Studie belegt: Sozialrenten helfen im Kampf gegen die Folgen von Aids

Osnabrück (ots) - Anlässlich des Weltaidstages der Vereinten Nationen veröffentlicht HelpAge eine Studie über die Wirkung von Rentenzahlungen für alte Menschen und Aids-Waisen in Tansania.

In der Region Kagera am Victoriasee wurde 1981 der erste Aids-Fall Tansanias festgestellt. Seitdem sind Tausende junger Männer und Frauen an Aids gestorben. Zurückgelassen haben sie Waisenkinder und ihre eigenen Eltern. Obwohl selbst bedürftig und oft krank, sind es diese Großeltern, insbesondere die Großmütter, in deren Haushalten die Mehrzahl der Aidswaisen ernährt und aufgezogen wird. Es gibt keine regelmäßigen staatlichen Hilfen für sie. Hier setzt seit 2003 das von HelpAge unterstützte Projekt Kwa Wazee an. Mittlerweile erhalten 600 ältere Menschen eine Sozialrente von umgerechnet 4 EUR pro Monat sowie weitere 2 EUR für jedes mitversorgte Kind. In der soeben veröffentlichten Studie "Salz, Seife und Schuhe für die Schule" werden die Wirkungen der Rente und der Kinderzulage beschrieben. Mit der Zahlung wird das den älteren Frauen zur Verfügung stehende Bargeld mehr als verdoppelt. 57 Prozent der RentenempfängerInnen sagen aus, dass sie seitdem nicht mehr betteln müssen. Etwa die Hälfte gibt an, dass sie in der Lage sind ab und zu Fisch, Reis oder sogar Fleisch und Milch zu kaufen. Unter den Nicht-Rentenempfängern sind dies lediglich 15 Prozent. Der Rest ernährt sich von Maisbrei. Deutlich verbessert hat sich auch das psychosoziale Wohlbefinden: Die Rentenempfängerinnen haben weniger Angst vor der Zukunft, fühlen sich weniger einsam und haben weniger Schlafprobleme. Die entspanntere Versorgungssituation verbessert auch das Zusammenleben der Generationen. Der Großteil der Rente wird für Lebensmittel, Grundprodukte (Seife, Kerosin), Kleidung, Schuhe und Schulmaterial ausgegeben. Hiervon profitieren auch die Enkel. Neben der verbesserten Ernährung und Hygiene müssen sie weniger hart arbeiten, haben mehr Zeit für sich, gehen regelmäßiger zur Schule und erleben wesentlich weniger emotionalen Stress.

"Mit dieser Untersuchung wird ein wichtiger Beitrag in der Diskussion um soziale Grundsicherung für extrem arme und ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen geleistet. Soziale Basisrenten in Entwicklungsländern stellen ein zentrales, finanzierbares Element dar, um die internationale Verpflichtung zu einer Reduzierung der Armut um 50 Prozent bis zum Jahr 2015 umzusetzen.", so Michael Bünte, Geschäftsführer von HelpAge Deutschland.

Die Zusammenfassung der Studie in deutsch und englisch sowie die englische Langfassung und die Teilstudie "Living with our Bibi" zur Sicht der betroffenen Kinder können auf www.helpage.de herunter geladen werden. Die deutsche Zusammenfassung kann als Broschüre bei HelpAge Deutschland, Johannisstr. 37-38, 49074 Osnabrück bestellt werden.

HelpAge informiert, über die Situation alter Menschen in Entwicklungsländern. Wir machen Lobbyarbeit für die Interessen alter Menschen und fördern konkrete Hilfsprojekte. HelpAge Deutschland ist Mitglied des weltweiten Netzwerkes HelpAge International.

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HelpAge Deutschland - Michael Bünte/Geschäftsführung
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