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Deutschland klettert in sozialem Ranking
Social Progess Index zeigt: Bundesrepublik in allen relevanten Kategorien in der Weltspitze

Social Progress Index 2017

München (ots) - Die NGO Social Progress Imperative hat gemeinsam mit Deloitte zum vierten Mal die weltweite Entwicklung von Staaten bezüglich sozialer Gesichtspunkte analysiert. Soziale Entwicklung ist nicht nur für Regierungen, sondern auch für Unternehmen der Privatwirtschaft hinsichtlich Marktzugang, Risikominimierung sowie Corporate-Social-Responsibility-Maßnahmen eine wichtige Messgröße, da diese Faktoren zunehmend Wertschöpfungsketten, gesellschaftliches Zusammenleben und somit das Wirtschaften beeinflussen. Der Social Progress Index verzeichnet erneut einen leichten Aufwärtstrend. Nordeuropäische Länder führen das Ranking an. Dänemark belegt Platz 1, gefolgt von Finnland, Island und Norwegen. Deutschland ist erstmals mit Rang 13 und einem Score von 88,50 in der Spitzengruppe mit dem höchsten sozialen Fortschritt vertreten. Durch den Social Progress Index werden weltweit Länder anhand ihrer sozialen Fortschrittlichkeit und ihrer Entwicklung der Umweltqualität bewertet. Dieses Jahr wurden 128 Länder in Bezug auf 50 soziale und ökologische Faktoren analysiert. Die drei untersuchten Hauptkategorien sind dabei "menschliche Grundbedürfnisse", "Grundlagen des Wohlbefindens" und "Chancen und Möglichkeiten".

"Die Lebensqualität in einem Land lässt sich nicht allein anhand ökonomischer Kennzahlen festmachen. Deutschland profitiert in hohem Maße von seiner wirtschaftlichen Stärke, welche Einfluss auf die meisten sozialen und ökologischen Anstrengungen hat. Im Zuge der Flüchtlingskrise hat sich zudem ein erhöhtes Maß an Toleranz und Integrationsbereitschaft gezeigt, sodass Deutschland insbesondere in dieser Kategorie einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Dennoch ist hier noch weitaus mehr möglich", erklärt Andreas Herzig, Partner und Leiter Sustainability Services bei Deloitte.

Deutschland in allen Hauptkategorien vorne dabei

Mit dem 13. Platz landet Deutschland erstmals in der Spitzengruppe und liegt nur knapp hinter dem Vereinigten Königreich. Im Vergleich zum Vorjahr klettert die Bundesrepublik um zwei Plätze nach oben. In den Hauptkategorien Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse, Grundlagen des Wohlbefindens sowie Chancen und Möglichkeiten erreicht Deutschland jeweils Plätze unter den 15 besten Nationen. Die Kategorien berücksichtigen Faktoren wie die Verfügbarkeit leistbaren Wohnraums, persönlicher Sicherheit und Freiheit, Zugang zu Trinkwasser oder Bildungsmöglichkeiten. Insbesondere bezüglich der Umwelt, welche zum einen durch höheren Wohlstand erst ausreichend geschützt werden kann, jedoch gleichzeitig auch über Investitionen und Arbeitsplatzschaffung positive Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung haben kann, nimmt Deutschland den 5. Platz ein, hinter der Schweiz, Schweden, Spanien und Großbritannien.

Verbesserungspotenzial bei Gesundheit und Bildung

Trotz des sehr positiven Gesamtergebnisses liegt Deutschland in manchen Bereichen unter dem zu erwartenden Wert. Setzt man das BIP mit dem Grad des sozialen Fortschritts in Relation, zeigen sich vor allem im Gesundheitsbereich sowie beim Zugang zu hochqualifizierenden Bildungseinrichtungen Optimierungspotenzial. Auch wenn im Bereich gesellschaftliche Toleranz und Inklusion ein großer Schritt nach vorn gelingen konnte, kann Deutschland auch hier noch mehr tun, um den Abstand zur Spitze weiter zu verringern.

Länder mit höchstem sozialem Fortschritt 
Rang    Land                  Social Progress Index 
1       Dänemark                      90,57 
2       Finnland                      90,53 
3       Island                        90,27 
3       Norwegen                      90,27 
5       Schweiz                       90,10 
6       Kanada                        89,84 
7       Niederlande                   89,82 
8       Schweden                      89,66 
9       Australien                    89,30 
10      Neuseeland                    89,30 
11      Irland                        88,91 
12      Vereinigtes Königreich        88,73 
13      Deutschland                   88,50 
14      Österreich                    87,98 

Europäischer Norden führt globales Ranking an

Die Top 20 im sozialen Fortschritt dominieren hauptsächlich europäische Staaten. Führend sind die nordischen Länder. Dänemark schafft es auf Platz 1, Finnland rutscht auf Platz 2. Den dritten Platz teilen sich Island und Norwegen. Die Schweiz komplettiert die Top 5 und punktet vor allem bei ökologischen Aspekten. Die USA landen auf einem recht enttäuschenden 18. Platz im Ranking, was vor allem auf das schwache Gesundheitssystem in den Vereinigten Staaten zurückzuführen ist.

Minimaler Aufschwung im weltweiten Gesamtergebnis

Mit einem Gesamtergebnis von 64,85 von 100 Punkten lässt sich global eine leichte Verbesserung zum Vorjahr (2016: 62,88 Punkte) feststellen. Der weltweite soziale Fortschritt findet zwar statt, weist aber je nach Region starke Unterschiede in Ausprägung und Geschwindigkeit auf. Insbesondere in Zentralafrika oder Krisenregionen wie Afghanistan liegen die Werte deutlich unter dem Durchschnitt.

"Gerade der verbesserte Zugang zu Information, Kommunikation und weiterführender Bildung sorgt im Zeitalter der Digitalisierung und einer auf Wissen basierenden Wirtschaft für steigenden Fortschritt. Die Verbreitung von Mobiltelefonen und Smartphones sowie ein hohes Bildungsniveau sind entscheidende Faktoren für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands", analysiert Herzig.

Die komplette Studie finden Sie unter http://ots.de/5QYra zum Download.

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Über den Social Progress Index

Der Social Progress Index (SPI) wird seit 2013 jährlich von der NGO Social Progress Imperative in Zusammenarbeit mit Deloitte herausgegeben. Der SPI ist eine Ergänzung des BIP und anderer ökonomischer Indikatoren. Der SPI bietet weltweit den umfassendsten Rahmen zur Messung von sozialem Fortschritt und ist der erste Index, der diesen unabhängig vom BIP bewertet. Er zielt darauf ab, Stärken und Schwächen der gesellschaftlichen Entwicklung aufzudecken sowie Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Die Leistung der Länder wird dabei nicht nur ökonomisch, sondern ganzheitlich beurteilt.

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