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Deutsche Fitnessbranche weiter auf Überholspur
Deloitte-Studie: Discountsegment und Special Interest Angebote besonders wachstumsstark

Frankfurt/München (ots) - Laut der Deloitte-Studie "Der deutsche Fitnessmarkt - Studie 2016", die in Zusammenarbeit mit dem DSSV (Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen) und der DHfPG (Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement) realisiert wurde, kann sich die Branche erneut über ein stabiles Wachstum freuen. In Deutschland waren Ende 2015 insgesamt 9,5 Millionen Menschen als Mitglied in einem Fitnessclub registriert - 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie trainierten in 8.332 Anlagen, eine Steigerung von 3,8 Prozent gegenüber 2014. Insbesondere das Discountsegment legte kräftig zu. Zusätzlich stärkt das im Sommer 2015 verabschiedete Präventionsgesetz die Fitnessbranche, in dem kommerzielle Fitnessanbieter erstmals berücksichtigt wurden. Dennoch muss sich die Branche bewegen, wenn sie mit ihren Angeboten weiterhin am Puls der Zeit bleiben und den veränderten Kundenwünschen gerecht werden will. Neben der zunehmenden Diversifizierung und Spezialisierung der Fitnessangebote spielt hierbei die Digitalisierung der Branche eine zentrale Rolle.

"Auch wenn in Deutschland mehr Menschen als je zuvor ins Fitnessstudio gehen, liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung mit 11,6 Prozent nur im europäischen Mittelfeld, so das Ergebnis unserer aktuellen europaweiten Studie "European Health & Fitness Market" in Kooperation mit EuropeActive. Fitnessmärkte wie Norwegen (19,4%), Schweden (16,7%) und die Niederlande (16,4%) haben deutlich höhere Penetrationsquoten. Das lässt den Rückschluss zu, dass die deutsche Fitnessbranche weiteres Wachstumspotenzial hat", erklärt Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Deloitte Sport Business Group.

Die größten Fitnessmärkte in Europa 
Position         Land             Mitglieder        Penetrationsquote
1.               Deutschland       9,5 Mio.                  11,6%
2.               Großbritannien    8,8 Mio.                  13,6% 3.
Frankreich        5,2 Mio.                   7,8% 
4.               Italien           5,1 Mio.                   8,4% 
5.               Spanien           4,9 Mio.                  10,6% 

Gesamtumsatz steigt um knapp drei Prozent

Vor allem die spezialisierten Anbieter haben 2015 die Anzahl ihrer Anlagen kräftig gesteigert - hier bewegt sich das Wachstum bei 16,2 Prozent. Zudem verzeichnen sie knapp 7 Prozent mehr Mitglieder. Immer mehr Menschen interessieren sich beispielsweise für Elektrostimulationstraining oder CrossFit-Training. Bei den klassischen Full-Service-Studios beläuft sich das Mitgliederwachstum auf über 4 Prozent. Positiv stimmt die Branche zudem der Teilerfolg, dass kommerzielle Fitnessanbieter im Präventionsgesetz (PrävG) der Bundesregierung vom Juni 2015 erstmals ausdrücklich erwähnt wurden. Obwohl die durchschnittlichen Mitgliedsbeiträge gesunken sind, steigerte sich der Gesamtumsatz der Branche um 2,7 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Damit liegt Deutschland in Europa gemessen nach Umsätzen auf dem zweiten Platz hinter Großbritannien.

Ketten gewinnen, Einzelstudios rückläufig

Von den 9,5 Millionen Fitnessclub-Mitgliedern sind neun Millionen in klassischen Full-Service-Studios registriert. Hier wiederum dominieren die Ketten, also Betreiber mit fünf oder mehr Einrichtungen. Sie konnten ihre Mitgliederzahlen mit über 15,0 Prozent deutlich erhöhen, während die Einzelstudios sogar Mitglieder verloren. Das Wachstum bei den Ketten geht vor allem auf das Discountsegment zurück, das mit attraktiven Preisen viele neue Kunden locken konnte. Auch der Premiumbereich (ab 66 Euro Monatsbeitrag) zeigte 2015 ein stabiles Wachstum. Das mittlere Segment entwickelte zwar keine vergleichbare Dynamik, hält mit über zwei Dritteln aber immer noch den größten Marktanteil.

Dynamischer M&A-Markt

Der Fitnessmarkt zeigte im vergangenen Jahr eine bemerkenswerte Dynamik. Das wird nicht zuletzt anhand der zahlreichen Transaktionen deutlich, die mit 19 M&A-Deals in Europa erneut hoch ist. In Deutschland ist vor allem die Beteiligung des Investors AFINUM an MeridianSpa zu erwähnen sowie der Kauf von Fitnessclubs des Premiumanbieters Aspria durch die belgische Cofinimmo-Gruppe. Aller Voraussicht nach sind auch 2016 viele Transaktionen zu erwarten.

Digitalisierung auf dem Vormarsch

Die Digitalisierung macht auch vor dem Fitnessbereich nicht halt. Die Verbraucher fragen zunehmend digitale Fitnessangebote für Smartphones, Tablets & Co. nach - und entsprechend steigt die Zahl der Marktteilnehmer. Knapp 420.000 registrierte Mitglieder zählten Online-Fitnessstudios in 2015, von denen 109.000 Nutzer bezahlte digitale Angebote nutzten. Kaum ein Thema wird derzeit in der Branche so intensiv diskutiert wie die digitale Entwicklung und der daraus resultierende Wandel. Eine Egalisierung der traditionellen Geschäftsmodelle ist nicht zu erwarten, eher bilden digitale Fitnessoptionen eine Ergänzung zum bestehenden stationären Fitnessmarkt.

DSSV-Prognose

Refit Kamberovic, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV), sieht die zukünftige Entwicklung der Fitness- und Gesundheitsbranche weiter positiv: "Die Nachfrage nach Mitgliedschaften in deutschen Fitnessanlagen wächst seit dem Bestehen der Branche. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitglieder verdoppelt. Auch für die kommenden Jahre spricht alles dafür, dass sich die Mitglieder- und damit auch die Umsatzzahlen der Branche weiter steigern werden. Dies wird nach unseren Prognosen 2020 dazu führen, dass die 12-Millionen-Mitglieder-Grenze überschritten wird."

Die beiden Studien "Der deutsche Fitnessmarkt" und "European Health & Fitness Market" erhalten Sie auf Anfrage.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Finance und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters - für mehr als 225.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited ("DTTL"), eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch "Deloitte Global" genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie aufwww.deloitte.com/de/UeberUns.

Über den DSSV

Der DSSV wurde im Jahr 1984 gegründet und ist Europas größter Arbeitgeberverband für die Fitness-Wirtschaft. Er zählt zu den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, ist Mitglied in der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und über die Arbeitgebervereinigung BusinessEurope in Brüssel auf EU-Ebene vertreten. Es ist das Ziel des DSSV, die Interessen einer Branche, die knapp 8.000 Fitness- und Gesundheits-Anlagen, 8,55 Mio. Mitglieder, ein Umsatzvolumen von 4,55 Mrd. EUR und über 200.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zählt, zu vertreten. Als Sozialpartner wird der DSSV für Regulierungen in den Bereichen Sozial- und Tarifpolitik sowie Berufsbildung und sonstige Regelungen herangezogen. Er steht im ständigen Austausch mit der Öffentlichkeit, politischen Entscheidungsträgern, Verbänden und anderen Organisationen und Kammern.

Über die DHfPG

Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) ist eine staatlich anerkannte Hochschule in privater Trägerschaft, die akkreditierte Bachelor- und Master-Studiengänge anbietet. Neben den Studienabschlüssen als "M.A. Prävention und Gesundheitsmanagement" und "Master of Business Administration Sport-/Gesundheitsmanagement" werden fünf Abschlüsse als B.A. in den Studiengängen Fitnessökonomie, Sportökonomie, Fitnesstraining, Ernährungsberatung und Gesundheitsmanagement angeboten. Zum Stichtag 31.12.2013 qualifizierten bereits rund 3.000 Unternehmen ihre eigenen Fach- und Führungskräfte mit einem Studium an der DHfPG, darunter zahlreiche Einrichtungen in der Fitness- und Gesundheitsbranche. An der Hochschule waren im Dezember 2013 ca. 4.200 Studierende eingeschrieben. Die Studiengänge werden an Studienzentren in Deutschland (bundesweit) sowie in Österreich und der Schweiz angeboten.

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