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Standort - auf die Menschen kommt es an
Deloitte-Report zeigt: Talente sind wichtigstes Kapital für produzierende Industrie

Stuttgart/München (ots) - Laut Deloitte Global Manufacturing Competitiveness Index 2010, der über 400 Repräsentanten der produzierenden Industrie aus Europa, Asien sowie Amerika befragte, sind Talente der wichtigste Treiber für die internationale Konkurrenzfähigkeit von Standorten, Ländern und Wirtschaftsregionen. Zwar spielen Faktoren wie Arbeits- und Energiekosten ebenfalls eine zentrale Rolle - auf lange Sicht ist aber die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter entscheidend. Im direkten Ländervergleich liegt Deutschland auf dem achten Platz. Industrieländer wie USA, Japan und die westeuropäischen Staaten verlieren an Boden, während sich die aufstrebenden Länder Asiens an der Spitze etablieren. Industrienationen sollten deswegen als Differenzierungsmerkmal vor allem auf Nachhaltigkeit setzen.

"Die Erschließung von Innovationspotenzialen durch qualifizierte Mitarbeiter ist den Befragten am wichtigsten - die Talentfrage wird immer entscheidender. Bildung steht damit politisch an erster Stelle, noch vor dem Steuerwettlauf, allgemeinen Liberalisierungstendenzen und direkten staatlichen Investitionen oder Subventionen", erklärt Dr. Hans Röhm, Partner und Global Manufacturing Leader von Deloitte.

Wertschöpfungsfaktor Talent

Qualität und Verfügbarkeit von Talenten ist das Kriterium für die Standortattraktivität - darüber sind sich europäische, asiatische und US-Studienteilnehmer einig. Auf den weiteren Plätzen gibt es jedoch Unterschiede: Während Europäer Energiekosten für den nächstwichtigen Aspekt halten, legen Asiaten vor allem Wert auf aktiv investierende Regierungen. Bei den Nordamerikanern stehen Arbeits- und Materialkosten an zweiter Stelle. Als "Ausreißer" präsentieren sich die Mittel- und Südamerikaner: Sie legen am meisten Wert auf die Infrastruktur - noch vor der Talentfrage. In puncto Arbeitskosten scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Jagd nach den niedrigsten Löhnen die Unternehmen langfristig mehr schwächt als stärkt. Auch in der Energiefrage werden diejenigen die Gewinner sein, die als Erste und am effizientesten "grüne" Energie liefern können.

Ranking (2010)                  Ranking (2015) 
Land            Index Score        Land            Index Score 
 1. China       10,00              1. China        10,00 
 2. Indien       8,15              2. Indien        9,01 
 3. Südkorea     6,79              3. Südkorea      6,53 
 4. USA          5,84              4. Brasilien     6,32 
 5. Brasilien    5,41              5. USA           5,38 
 6. Japan        5,11              6. Mexiko        4,84 
 7. Mexiko       4,84              7. Japan         4,74 
 8. Deutschland  4,80              8. Deutschland   4,53 
 9. Singapur     4,69              9. Polen         4,52 
10. Polen        4,49             10. Thailand      4,35 

Geografische Verschiebung im Ranking

Im Ranking der weltweit attraktivsten Standorte für produzierende Unternehmen erreicht China gefolgt von Indien und Südkorea Platz 1. Deutschland steht auf Platz 8, Polen bereits auf Platz 10. In fünf Jahren werden unter anderem Brasilien, Mexiko und Russland ihre Position verbessern. Deutschland und Frankreich (Platz 23) halten ihre Positionen, Spanien verbessert sich sogar um drei Plätze auf Rang 16, Polen um einen. Absteiger sind hingegen die USA, Japan sowie die anderen west- und osteuropäischen Länder.

Bürokratie als Hemmschuh

Insgesamt haben die Europäer - ähnlich wie die USA und Japan - einen schweren Stand. In Deutschland beträgt der Anteil der Produktion an der gesamten Wertschöpfung etwa ein Viertel, für die nächsten fünf Jahre erwarten die Studienteilnehmer trotz gleicher Platzierung sogar ein leichtes Nachlassen der Standortattraktivität. Die Gründe hierfür liegen unter anderem in der Bürokratie, schlechten Bedingungen für Unternehmensneugründungen und hohen Arbeitskosten.

Doch der Lehrsatz, dass nur eine freie Wirtschaft ohne staatliche Eingriffe und Lenkungsmaßnahmen prosperieren kann, wird durch den Erfolg der asiatischen Aufsteigernationen infrage gestellt. So bestimmt der chinesische Staat massiv den wirtschaftlichen Kurs des Landes mit - durch seine autoritäre Natur kann er lähmende Interessenkonflikte vermeiden/verkürzen sowie aktiv eingreifen.

"Politik nimmt Einfluss und definiert Schwerpunkte: Nahezu alle Länder und Regionen setzen auf die Förderung von Forschung und Technologie - insbesondere grüner Technologien. Auch wenn China und andere Regionen aufholen, haben Europa und vor allem Deutschland die Chance, sich hier an die Spitze zu stellen - und damit die Attraktivität signifikant zu erhöhen", resümiert Dr. Hans Röhm.

Den kompletten Report finden Sie unter http://www.presseportal.de/go2/branchen/fertigungsindustrie zum Download.

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