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Weltweite Luftfahrtindustrie am Wendepunkt
Deloitte-Report: Luftfahrtindustrie wächst im Osten
Europäische Hersteller vor Herausforderungen

Stuttgart/München (ots) - Die weltweite Luftfahrt- und Rüstungsindustrie kann ein wenig aufatmen - doch nicht entspannen. Laut der Deloitte-Studie "Compass 2010 Global Aerospace & Defense Sector Outlook" zeigen sich Anzeichen einer Erholung: Fluggesellschaften werden dieses Jahr weltweit wieder mehr als 800 zivile Passagierflugzeuge bestellen und den abwärts gerichteten Trend von 2009 drehen - auch Geschäfts- und Privatkunden kaufen wieder kleinere Maschinen. Außerdem vergeben Staaten wie die USA und Indien neue Rüstungsaufträge, denn das Militär setzt auf neueste Aufklärungs-, Überwachungs-, Cybersecurity- und Sicherheitstechnik. Doch der Schwerpunkt des Geschehens verlagert sich, denn die Erholung findet vor allem in den asiatischen Märkten statt. Viele große europäische Hersteller wollen in diesen begehrten Markt eintreten, kämpfen jedoch auch mit Schwierigkeiten zu Hause. Zeitverzüge und Kostenexplosionen bei europäischen Rüstungsprogrammen machen Schlagzeilen, und zudem verlieren große Hersteller vermehrt Aufträge an junge, kleine Wettbewerber, die mit innovativer Technologie vor allem die öffentliche Hand überzeugen.

"Die beginnende Erholung und gleichzeitige Veränderung des Marktumfelds wird in Europa zu verstärkten Übernahmeaktivitäten führen. Vor allem im Bereich der Tier-1- und Tier-2-Zulieferer werden so Skaleneffekte, Kapazitätsnutzung und Marktmacht generiert. Große Unternehmen werden vermehrt kleine aufkaufen, um ihr Wissens- und Leistungsportfolio zu ergänzen. Europäische Firmen werden außerdem Betriebe aus den USA akquirieren - um einen Teil ihrer Kosten in den Dollar-Raum zu transferieren und Zugang zum weltweit wichtigsten Rüstungsmarkt, den Vereinigten Staaten, zu bekommen", so Michael Hessenbruch, Partner Aerospace & Defense bei Deloitte.

Markt für Zivilflugzeuge: Asien vorn, Europa und Amerika folgen langsam

Die Nachfrage nach Zivilflugzeugen wird steigen - insbesondere im Mittleren Osten, in Indien und China. Allein chinesische Fluggesellschaften brauchen in den nächsten 20 Jahren bis zu 3.500 neue Linienflugzeuge. Diese Chancen wollen vor allem die traditionellen Flugzeugbauer nutzen, aber auch die chinesische Luftfahrtindustrie drängt auf den Markt - sie wird sich in den kommenden zehn Jahren rasant entwickeln und zu einem wichtigen Spieler heranwachsen. Zusätzlich wächst dort der Markt für Business- und Privatjets - hiervon gibt es in China bisher nur 100. Den Märkten in Europa und Amerika bieten sich aber ebenfalls Wachstumsaussichten: Die Anzahl bezahlter Beförderungskilometer (Revenue Passenger Kilometers) wird wohl auch in Zukunft langsam weiter ansteigen. Zusammen mit dem ebenfalls wieder wachsenden Luftfrachtaufkommen, notwendigen Ersatzinvestitionen (Umweltverträglichkeit) wird auch in Europa und Amerika die Nachfrage nach Zivilflugzeugen steigen, jedoch deutlich langsamer als im Mittleren Osten und in Asien.

Rüstung: Regierungen sparen - und fokussieren sich auf innovative Technologien

Der weltweite Rüstungsmarkt ist im vergangenen Jahr nicht gewachsen, das wird sich auch in diesem Jahr nur geringfügig ändern. Viele Regierungen müssen krisenbedingt ihre verschuldeten Haushalte konsolidieren und sparen bei den Rüstungsausgaben. Zudem vermindern die hohen operativen und Materialkosten der weltweiten Militäreinsätze die Möglichkeit zu Investitionen. Einer der kommenden Märkte ist jedoch Indien: Nach den Anschlägen von Mumbai will der Staat seine Militärausgaben deutlich steigern - wovon nur etwa 25 Prozent an indische Rüstungsbetriebe gehen. Der Ausblick zeigt Chancen: "Die Nachfrage nach neuester Sicherheitstechnik und technologischer Innovation wie unbemannten Aufklärungsflugzeugen, Cybersecurity- und Biometrietechnologien wird auch in den reifen Industrienationen stark zunehmen", so Michael Hessenbruch. "Wir gehen davon aus, dass insbesondere europäische Hersteller diesen Umbruch nutzen - und Erfolge feiern werden."

Den kompletten Report finden Sie unter http://www.presseportal.de/go2/Report12022010 zum Download.

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