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Wertpapierprospekte: "Earnings Before"-Kennzahlen der Prime-Standard-Kandidaten
Deloitte-Studie zeigt, wie Börsenneulinge ihre Leistungsfähigkeit darstellen

Frankfurt/München (ots) - Kaum einer kommt mehr ohne aus: Fast alle Wertpapierprospekte der letzten Jahre enthalten finanzielle Key Performance Indikatoren (KPI), wie EBIT, EBITDA oder EBT. Diese Zahlen sind wesentlich für die Darstellung eines Unternehmens am Kapitalmarkt, aber: Noch bestehen keine Standards für ihre einheitliche Abgrenzung. Die Deloitte-Studie "Ergebniskennzahlen bei Börsengängen" zeigt, für welche KPIs sich die 66 Unternehmen entschieden haben, die zwischen 2005 und 2008 einen IPO im Prime Standard durchgeführt haben.

Allgemeinen gilt: Die Abgrenzung und Verwendung von "Earnings Before"-Kennzahlen in der Finanzberichterstattung ist nicht reguliert. Unternehmen können die Zahlen wählen, die für ihre Zwecke am besten geeignet sind. EBIT wird häufig als Zwischensumme in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt und ist somit besonders transparent, da nachvollziehbar. Häufig werden diese Kennzahlen, um als Sondereffekte identifizierte Ergebnisbestandteile bereinigt.

Laut der Deloitte-Studie entscheiden sich die meisten Unternehmen, die im "Prime Standard" in Frankfurt an die Börse gehen, für die Darstellung unbereinigter Kennzahlen. Über 90 Prozent aller zwischen 2005 und 2008 erschienenen Wertpapierprospekte verwendeten solche Werte. Etwa jeder vierte Prospekt enthielt bereinigte Größen - diese wurden allerdings ausschließlich ergänzend zu den nicht-bereinigten Zahlen angeführt.

Die Studie zeigt auch, dass Kennzahlen insbesondere um außerplanmäßige Wertminderungen, Restrukturierungskosten und ergebniswirksame Folgeeffekte aus Kaufpreisallokationen bereinigt werden. Aufgrund der aktuellen Finanzkrise werden die Bereinigung um Restrukturierungseffekte sowie außerplanmäßige Wertminderungen bei kommenden IPOs erwartungsgemäß zunehmen.

"Earnings-Before-Kennzahlen sind aus Wertpapierprospekten nicht mehr wegzudenken. Erstens, weil sie Anlegern die Bewertung eines Aktienangebots erleichtern. Zweitens, weil sie im Rahmen der Segmentberichterstattung für Abschlüsse ohnehin an Bedeutung gewinnen", erläutert Daniel Döpfner, Partner IPO Services bei Deloitte. "Es lohnt sich, die auszuweisenden Zahlen umsichtig zu wählen, denn Unternehmen sollten sich den Investoren möglichst transparent präsentieren: Sonst lassen sich die Ziele eines IPO nicht erreichen."

Die komplette Studie finden Sie unter http://www.presseportal.de/go2/Finanzberichterstattung zum Download.

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