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Das Glück der Tüchtigen
Einbruch am Arbeitsmarkt bleibt aus
Deloitte-Studie sieht deutsche Wirtschaft auf gutem Weg

München (ots) - Der deutsche Arbeitsmarkt übersteht die Wirtschaftskrise besser als erwartet. Die Beschäftigtenzahlen werden zwar weiter zurückgehen, allerdings nicht so stark wie befürchtet. Zu diesem Schluss kommt die Deloitte-Studie "Siegt der Weitblick?", der zufolge die Arbeitslosenrate in den kommenden zwei Jahren nicht über zehn Prozentpunkte steigen wird, denn die deutsche Wirtschaft ging gut gerüstet in die Krise. Eine geringe Verschuldung von Staat, Unternehmen und Haushalten, viele gut aufgestellte Firmen sowie weltweite Handelsbeziehungen bildeten schon zu Beginn der Krise einen Puffer. Staatshilfen an Banken und Betriebe, die Verlängerung der Kurzarbeitsregelung und die dadurch robust bleibende Verbrauchernachfrage gaben der Wirtschaft Stabilität. Die Unternehmen handeln bislang umsichtig - sie nutzen Rücklagen und staatliche Hilfen vor allem, um Mitarbeiter zu halten und Geschäftsabläufe anzupassen, denn dies ist für den kommenden Aufschwung grundlegend.

"Vor allem der demografische Wandel sorgt dafür, dass es sich niemand leisten kann, gute Leute gehen zu lassen. Der heute schon harte Wettbewerb um Talente wird bald noch härter werden, in den nächsten elf Jahren wird Deutschland allein durch Überalterung 1,5 Millionen Arbeitskräfte verlieren. Jemanden, den ich heute entlasse, kann ich morgen nicht einfach wieder einstellen", erläutert Dr. Elisabeth Denison, Leiterin Research Deutschland bei Deloitte.

Gut vorbereitet in und durch die Krise

Deutschlands Unternehmen kommen schneller auf die Beine als erwartet: Sie hatten sich schon vor der Krise effizient aufgestellt. Niedrige Schulden sorgten für ausreichende Geldreserven, leere Lager für Spielraum in auftragsschwachen Zeiten und auch die aufgebauten, weitverzweigten Handelsbeziehungen der Unternehmen helfen. Zwar geht die Nachfrage aus Spanien oder den Niederlanden noch zurück, doch aus China kommen schon wieder Aufträge. Überdies hat die deutsche Regierung einiges unternommen, um Krisen entgegenzuwirken: Arbeitsmarktreformen senkten schon im Vorfeld der Krise die Sockelarbeitslosigkeit, Staatshilfen verhinderten ein massives Einbrechen des Kreditangebots und das Kurzarbeitergeld entlastete zahlreiche Betriebe, vor allem in den beschäftigungsintensiven Industrien wie Maschinen- und Anlagenbau, Automobil oder Chemie. Diese Maßnahmen stützen den Arbeitsmarkt und damit die Binnennachfrage entscheidend und schaffen so eine solide Grundlage für die derzeit einsetzende Erholung auf der Exportseite.

Arbeitsmarkt stärker als in früheren Krisen Dass diese Maßnahmen der derzeitigen Krise tatsächlich die Spitze genommen haben, zeigt der Vergleich mit vergangenen Rezessionen (1973, 1980, 1992, 1995 und 2002). Diese hatten in Deutschland immer eine Steigerung der Sockelarbeitslosigkeit zur Folge, was wiederum die Krise verschärfte. Doch Regierung und Wirtschaft haben dazugelernt und eine Reihe von Arbeitsmarktreformen vorgenommen, dank derer die Sockelarbeitslosigkeit seit 1998 zurückgeht - während der derzeitigen Krise haben bislang 40.000 Erwerbstätige pro Quartal ihre Anstellung verloren, in den vergangenen fünf waren es noch durchschnittlich 70.000. Die Arbeitslosenrate stieg im vergangenen Jahr um 0,7 Punkte auf 9,5 Prozent, während der vergangenen fünf Wirtschaftskrisen betrug der Anstieg durchschnittlich 3,45 Prozent.

Beschäftigung nimmt dennoch weiter ab

Aber auch die Unternehmen haben Anteil an der positiven Entwicklung der Lage. Statt Stellen abzubauen, setzen die Betriebe vor allem auf Kurzarbeit, deren Laufzeit vor Kurzem auf 24 Monate verlängert wurde, außerdem werden Maßnahmen wie der Abbau von Überstunden, Urlaub oder Arbeitszeitkonten angewandt. Wenn doch Entlassungen vorgenommen werden müssen, geschieht dies häufig zuerst in ausländischen Niederlassungen, nicht an deutschen Standorten. Die Unternehmen verwenden die damit erzielten Einsparungen meist zur Überbrückung auftragsschwacher Zeiten oder für die strategische Neuausrichtung ihrer Geschäfte, Gewinnmitnahmen bleiben die Ausnahme. Es gilt, sich auf die kommende Erholung vorzubereiten. Gelingt dies noch vor dem Auslaufen der Kurzarbeitsregelung, werden die meisten Kurzarbeiter ihre Anstellung behalten.

"Wir rechnen bedingt durch Konsolidierung und Abwicklung einiger Unternehmen zwar mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit ab dem Frühjahr 2010. Sollte sich die Wirtschaft jedoch weiter so entwickelt wie bisher, wird dies nicht zu einer Überschreitung der Fünf-Millionen-Marke führen. Mit Auslaufen der Kurzarbeitsregelung im Januar 2011 wird die Arbeitslosenrate vermutlich zehn Prozentpunkte erreichen - das ist hart, aber längst nicht so schlimm wie befürchtet", fasst Dr. Elisabeth Denison zusammen.

Den kompletten Report erhalten Sie auf Anfrage.

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