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Der Kämmerer: vom Budgetplaner zum Strategen

München (ots) -

   Deloitte-Studie "Mastering Finance in Government" eröffnet
   Regierungen und Behörden neue Perspektiven durch effizientes
   Finanzmanagement 

Kämmerer sind angesichts notorisch leerer Kassen und vorhandener Schuldenberge meist mit Vorurteilen belegt. Dabei könnten deren Finanzabteilungen nicht nur effizienter arbeiten, sondern über ihre Kernaufgaben hinaus zum wertvollen Steuerungsinstrument werden. Voraussetzung ist jedoch eine Transformation hin zu einem zukunftsweisenden Finanzmanagement - Verwalter und Betreiber müssen auch Strategen und Katalysatoren sein. Die Deloitte-Befragung von über 200 Regierungsorganisationen aus Amerika, Europa und Asien für die "Mastering Finance in Government"-Studie zeigt, dass die meisten Verwaltungsbehörden weit davon entfernt sind, Potenziale des Finanzmanagements zu nutzen - noch fehlen hierzu die erforderlichen Mittel und Kenntnisse.

"Die Ansprüche an die Öffentliche Hand sind groß: Allein 57 Milliarden Euro werden in Deutschland zum Infrastrukturerhalt und -ausbau benötigt. Begrenzte Mittel führen dann häufig zur Politikverdrossenheit, was mit einem innovativen Finanzmanagement teilweise vermieden werden könnte. Diese Möglichkeit ist aber vielen öffentlichen Stellen noch nicht bewusst", erklärt Thomas Northoff, Partner Öffentlicher Sektor bei Deloitte.

Die Hürden und Probleme zu einem solchen Finanzmanagement sind allerdings zahlreich: Die Palette reicht von fehlenden aktuellen Daten und unzureichenden Kostenschätzungen über mangelndes Verständnis von Investitionen und Performance bis hin zu einem inadäquaten Risikomanagement. Dementsprechend gibt nur ein Drittel der Befragten an, über die notwendigen Kapazitäten für ein modernes Finanzmanagement zu verfügen. 67 Prozent klagen hingegen über Datenmangel, 63 Prozent haben Probleme mit der Kostenschätzung für Maßnahmen und 73 Prozent betreiben höchstens ein Minimal-Risikomanagement.

Ein Management - vier Funktionen

Ein zukunftsweisendes Finanzmanagement hat vier Funktionen: Als Verwalter soll es für ordentliche Buchführung und Werterhaltung sorgen sowie effiziente Kontrollen gewährleisten. Als Betreiber steht es für einen klugen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Darüber hinaus aber kann es als Stratege die Ausrichtung der Behörde mitbestimmen, indem es die politischen Entscheidungsträger beeinflusst und die Evaluationen von politischen Maßnahmen ermöglicht. Als Katalysator schließlich kann das Finanzmanagement sogar als verbindendes Element wirken und dabei sowohl die Koordination und Kooperation der Stellen verbessern als auch ein kollektives Bewusstsein für Effizienz und gemeinsame Ziele generieren.

"Wie die Studie zeigt, agieren die meisten der Befragten zwar mehr oder weniger erfolgreich als Verwalter und Betreiber, die strategische und katalytische Funktion hingegen wird derzeit kaum wahrgenommen. Es überwiegt noch die taktische gegenüber der strategischen Komponente", erläutert Thomas Northoff von Deloitte.

Projekte in Dänemark und den Niederlanden Es gibt jedoch Beispiele für gelungene Initiativen zur Stärkung der strategischen Rolle des amtlichen Finanzmanagements. So hat die dänische Steuerbehörde im Jahr 2005 ihre lokalen und zentralen Abteilungen zusammengelegt. Diese neue Einheit unterstützt seither die Umgestaltung der Behördenstruktur, um künftig etwa 25 Prozent der Kosten zu sparen. Auch das niederländische Transportministerium hat, initiiert vom behördeneigenen Finanzmanagement, eine zentrale Steuerung auf Basis von drei Säulen installiert: Performance, Projekte und Kapazität. Nach der Implementierung arbeitet es nun mit den einzelnen Behörden an Analysen zur Performance-Optimierung.

Vom Einsteiger zum Master

Insgesamt lassen sich die Befragten beim Finanzmanagement in drei Gruppen einteilen: Novize (42 Prozent), Intermediate (27 Prozent) und Master (24 Prozent), sieben Prozent waren nicht zuzuordnen. Der Weg zum Master führt dabei über die Optimierung der Kernkompetenzen (wichtig für Novizen) und die Erlangung strategischer Fähigkeiten (relevant für Intermediates). Die Gruppe der Novizen sollte ihre Kompetenzen vor allem in den Bereichen Compliance, Management Reporting, Forecasts und Budgetpläne sowie Prozesse stärken. Für Stufe zwei hingegen sind Fähigkeiten gefragt, die darüber hinausreichen: Hier kommt es nicht nur auf das richtige Verständnis und den adäquaten Umgang mit Zahlen und Regeln an, sondern auch auf ein Gespür für übergeordnete Ziele und den richtigen Handlungszeitpunkt. Das bedeutet, dass außerhalb eigener Kategorien und Dimensionen gedacht werden muss. Unter anderem ist wichtig, immer wieder neue Felder zu identifizieren, in denen durch ein intelligentes Finanzmanagement effizienter gehandelt und Ziele schneller und kostengünstiger erreicht werden können.

Mit einem effizienten Finanzmanagement lässt sich vieles bewirken, wie eine langfristige Projektplanung samt der erforderlichen Flexibilität - trotz sich verändernder Rahmenbedingungen. Wer den Master-Status erreicht hat, verfügt nicht nur über fachliche Expertise und strategisches Gespür, sondern auch über eine leistungsfähige interne Struktur mit motivierten Mitarbeitern. "Die Transformation des Finanzmanagements ist anspruchsvoll, entsprechend hoch ist das Risiko. Hier kann es helfen, den Prozess in mehrere Einzelprojekte aufzuteilen, die dann sukzessive umgesetzt werden. Das Kerngeschäft wird somit nicht beeinträchtigt, sondern die externe Unterstützung steigt - sei es durch die Öffentlichkeit oder andere Institutionen der Öffentlichen Hand", so Thomas Northoff.

Die komplette Studie finden Sie unter http://www.deloitte.com/dtt/research/0,1015,cid%253D215099,00.html zum Download.

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