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Podiumsdiskussion im Rahmen des 9. Nationalen Qualitätskongresses Gesundheit
Clostridium difficile-Infektionen (CDI) - zunehmende Bedrohung in Krankenhäusern

Podiumsdiskussion im Rahmen des 9. Nationalen Qualitätskongresses Gesundheit / Clostridium difficile-Infektionen (CDI) - zunehmende Bedrohung in Krankenhäusern
Clostridium difficile ist der häufigste Durchfallerreger im Krankenhaus / Podiumsdiskussion im Rahmen des 9. Nationalen Qualitätskongresses Gesundheit / Clostridium difficile-Infektionen (CDI) - zunehmende Bedrohung in Krankenhäusern / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/59519 / Die Verwendung dieses Bildes ist für ...

Berlin (ots) - Menschen, die im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden, haben ein hohes Risiko, an einer so genannten Clostridium difficile-Infektion (CDI) zu erkranken, sagte Prof. Dr. Hans Heppner, Lehrstuhl für Geriatrie, Universität Witten / Herdecke, beim 9. Nationalen Qualitätskongress Gesundheit im Dezember in Berlin. Und die Erkrankungsfälle nehmen zu. Inzwischen gehen Hochrechnungen für Deutschland von 100.000 Fällen aus. Die Folge der Infektion: starke Durchfälle bis hin zu schmerzhaften Darmentzündungen, die teilweise sogar tödlich enden. Eine enorme Belastung, nicht nur für die Patienten, sondern auch für das Krankenhaus, erläuterte Dr. Norbert von Depka, Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling, Heidelberg, denn die Infektionen, die meist den Krankenhausaufenthalt verlängern und spezielle Hygienemaßnahmen erfordern, werden nicht angemessen vergütet. Die Experten beim Qualitätskongress sehen enormen Verbesserungsbedarf, um den weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle zu verhindern.

Durch die Einnahme von Antibiotika kann es im Darm zu einem Ungleichgewicht zwischen "guten" und "schlechten" Bakterien kommen. Antibiotika zerstören häufig nicht nur die Keime, gegen die sie sich richten sollen, sondern z. B. auch Bakterien, die eine gesunde Darmflora benötigt. In dieser Situation kann sich Clostridium difficile ausbreiten und Gifte produzieren, die eine starke Durchfallerkrankung auslösen. Wenn die Produktion dieser Gifte schließlich zu starkem Durchfall führt, spricht man von einer Clostridium difficile-Infektion. Oft kommt es dabei zu einer Darmwandentzündung mit Bauchkrämpfen und Fieber. Diese Entzündung kann so schwerwiegend sein, dass die Gefahr weiterer Komplikationen, wie Darmverschluss oder Darmperforation bis hin zur Blutvergiftung besteht, die eine Operation erforderlich machen und sogar lebensbedrohlich verlaufen können.

100.000 CDI-Fälle pro Jahr in Deutschland

Clostridium difficile-Infektionen nehmen seit Jahren kontinuierlich zu, sagte Prof. Dr. Petra Gastmeier, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Berliner Charité. "Sie sind inzwischen ein viel größeres Problem als Infektionen mit resistenten MRSA-Bakterien (methicillinresistente Staphylococcus aureus)."1,2 Eine Hochrechnung des Bundesamtes für Statistik kommt für Deutschland inzwischen auf rund 100.000 CDI-Fälle pro Jahr.3 "Das Risiko, sich zu infizieren, nimmt zu, sobald ein Krankenhausaufenthalt ansteht", so Andrea Sack, Hygiene-Schwester an der Waldklinik Spandau in Berlin. "Normalerweise tragen 5 Prozent der gesunden Menschen Clostridium difficile in sich, ohne dass es zu Durchfällen kommt. Im Krankenhaus erhöht sich diese Rate auf rund 30 Prozent. Werden die Patienten dann noch mit Antibiotika behandelt, kann die Infektion ausbrechen." Abhängig vom Allgemeinzustand des Patienten, endet eine CDI nicht selten tödlich: Jeder sechste Patient verstirbt innerhalb von 30 Tagen nach der Diagnose CDI.4

CDI als Kostenfaktor

Zudem entstehen durch die Infektionen hohe Krankenhauskosten, unter anderem dadurch, dass Patienten isoliert werden müssen und zusätzliche Hygienemaßnahmen notwendig werden. So sind auch die mit den Infektionen einhergehenden Kosten enorm. Hinzu kommt, dass ungefähr ein Viertel der Patienten, die mit Standardmedikamenten behandelt werden, innerhalb kurzer Zeit einen Rückfall erleiden. Da die Darmflora in diesen Fällen stärker geschädigt ist als bei der ersten Infektion und der Patient noch geschwächt ist, ist ein solcher Rückfall schwieriger zu behandeln. Patienten und die behandelnden Ärzte und Krankenhäuser geraten so nicht selten in einen Teufelskreis von Infektionen, Therapien und Rückfällen. Eine neue Studie zeigt, wie hoch diese Kosten sind: Wenn ein CDI-Patient einen Rückfall erleidet, liegen die Behandlungskosten bei durchschnittlich 20.755 Euro.5

Prof. Dr. Christian Eckmann von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Peine plädierte beim Qualitätskongress daher für die Gabe von Medikamenten, die CDI-Rückfälle besser verhindern. Ein neueres, gezielt wirksames Antibiotikum konnte in Studien im Vergleich zum Standardmedikament Rückfälle deutlich besser verhindern. Als Grund dafür vermuten die Experten, die gezielte Wirkung gegen Clostridium difficile, die die Darmflora schont. Neuere Studiendaten zeigen außerdem, dass mit dem neueren Medikament die Gesamtkosten gesenkt werden können.

Das Fazit der Experten beim Qualitätskongress: Insgesamt sehen die Experten enormen Verbesserungsbedarf beim Umgang mit Clostridium difficile-Infektionen, um einen weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle aufzuhalten. Dafür definierten sie drei zentrale Maßnahmen:

1. ein sorgsamer Umgang mit Antibiotika (Antibiotic Stewardship) 
2. die konsequente Umsetzung von Hygienestandards einschließlich 
   Isolation und Desinfektion 
3. die Auswahl der geeigneten Therapie 
1 Geffers C, Gastmeier P. Dtsch Aerzteblatt 2011;108(6):87-93 
2 Geffers C, Gastmeier P. Dtsch Aerzteblatt 2011;(2):26-28 
3 www.gbe-bund.de 
4 Wiegand PN et al. J Hosp Infect 2012;81:1-14 
5 Grube RF et al. Z Gastroenterol 2015;53(05):391-7 

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