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Badische Zeitung: Aigners Idee zur Energiewende: Prüfung ist angebracht Kommentar von Thomas Fricker

Freiburg (ots) - Es war ein kurzer Augenblick der Aufmüpfigkeit. Ilse Aigner, Wirtschaftsministerin in Bayern, trotzte ihrem Chef, dem Ministerpräsidenten Horst Seehofer, gerade einmal einen Tag lang. Dann gab sie klein bei. Gleichwohl verdient der Vorgang Beachtung. Zum einen ließ die von Seehofer von Berlin nach München beorderte CSU-Politikerin durchaus aufblitzen, dass sie sich nicht als Untertanin des großen Vorsitzenden versteht. Aigner ist ein unabhängiger Geist, auch wenn sie dieses Mal noch nicht ihr junges Ministeramt riskieren mochte, um Seehofer Paroli zu bieten. Zum anderen bleibt Aigners Vorstoß zum Thema Energiewende in der Welt, auch wenn ihn das bayerische Hofkabinett auf Geheiß von König Horst eilfertig entsorgt hat. Im Kern ging und geht es Ilse Aigner darum, die Kosten für die Energiewende anders zu verteilen als bisher. Weil von dem Systemwechsel hin zu erneuerbaren Energien Millionen von Menschen auch noch in fernerer Zukunft profitieren werden, soll auch ein Teil der Kosten in die Zukunft verlagert und von den Nutznießern von morgen getragen werden. Dafür könnte man die Lasten für die Verbraucher von heute abmildern. Soweit Aigners Gedanke. Er verdient zumindest eine sorgfältige Prüfung. Dabei wird dann allerdings auch zu berücksichtigen sein, welche Hypotheken unser Gemeinwesen schon heute nachfolgenden Generationen aufbürdet. Um diesen Abwägungsprozess wird die Politik nicht herumkommen, ob es Seehofer passt oder nicht.

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