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Badische Zeitung: Das Freistoß-Spray betrübt Ballettliebhaber - Einwurf von Martina Philipp

Freiburg (ots) - Fifa-Chef Sepp Blatter ist ja ein kluger Mann, der nach allen Regeln der Fairness lebt und strebt. Entsprechend verwundert es nicht, was er nun bekannt gab: Das sogenannte Freistoßspray soll auch bei der Fußball-WM in Brasilien eingesetzt werden. Für alle, die die bedeutungsvolle Klub-WM in Marokko verpasst haben, bei der das Spray zum Einsatz kam: Dabei handelt es sich um eine Art flüchtigen Rasierschaum, den der Schiedsrichter bei Freistößen zwischen Schützen und Mauer sprüht, damit der vorgeschriebene Abstand von 9,15 Metern zur Abwechslung mal eingehalten wird. Praktischerweise verschwindet die weiße Linie nach einer Minute wieder, sonst sähe der Rasen auch bald aus wie ein unübersichtlicher Zebrastreifen. Kritik an dem Spray, wie sie etwa Bayerns Torhüter Manuel Neuer übt ("Wir wollten den Freistoß schnell ausführen, aber der Schiedsrichter musste erstmal malen"), ist vernachlässigbar. Schade ist vielmehr, dass Menschen, die sich nicht als die Reinsten aller Fußballpuristen verstanden wissen wollen, um einen netten Spaß gebracht werden. Wann sieht man schon eine Handvoll Männer im Schwanensee-Stil Zentimeter um Zentimeter nach vorne tippeln, während sie schüchtern ihre sensibelste Stelle verdecken? Unabhängig davon sollten Schiedsrichter aufpassen, dass der Trend zum Hilfsmittel nicht ausufert. Noch schleppen sie nur Headset, ein paar Karten und ein Spray mit sich rum. Was aber, wenn jemand auf die Idee kommt, sie noch mit Ersatzschnürsenkel und Schäufelchen für die Löcher im Rasen zu versorgen? Die SSFF (Stets Sehr Faire Fifa) könnte sich stattdessen ruhig noch ein Hilfsmittelchen für die Spieler ausdenken. Etwa einen Schwalbensensor. Der könnte überprüfen, ob der schmerzverzerrt Darniedersinkende nur blufft - oder tatsächlich Aua hat. Wichtiger wäre allerdings ein ins Trikot integrierter Vom-Leib-reiß-Verhinderungsmechanismus, damit es deswegen nicht ständig gelbe Karten gibt - und man diese muskulösen Oberkörper nicht mehr ertragen muss.

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