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INSIGHT Health zur Arzneimittelversorgung von Alzheimer-Patienten in Deutschland: Viele gesetzlich Krankenversicherte werden nicht leitliniengerecht versorgt

Waldems-Esch (ots) - Auch wenn die Menge der modernen Alzheimerpräparate, die in den letzten Jahren zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet worden sind, von 2004 bis 2006 um 24 Prozent gestiegen ist, erhält doch die überwiegende Zahl der gesetzlich krankenversicherten Alzheimer-Patienten keine leitliniengerechte Arzneimitteltherapie. Das geht aus Daten von INSIGHT Health hervor, die diese aufgrund von Daten der Apothekenrechenzentren zu den zu Lasten der GKV abgerechneten Rezepte ermittelt hat.

Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts leiden in Deutschland rund 700.000 Menschen an der Alzheimer-Demenz. Davon sind ca. 630.000 gesetzlich krankenversichert. Der Therapieempfehlung der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zufolge besteht eine leitliniengerechte Therapie der Alzheimer-Demenz in der Verordnung von AChE-Hemmern und NMDA-Rezeptorantagonisten (Memantine) bei einer durchschnittlichen Therapiedauer von zwölf Monaten. In 2006 wurden gut 48,6 Mio. Tagestherapiedosen (DDD, Defined Daily Dosage) dieser Wirkstoffe zu Lasten der GKV verordnet. Davon entfielen 29,8 Mio. auf AChE-Hemmer und 18,8 Mio. auf NMDA-Rezeptorantagonisten. Dieses Volumen entspricht - bezogen auf die leitliniengerechte Therapie - 133.200 Therapiejahren. Mithin hätten im letzten Jahr lediglich rund 21 Prozent der an Alzheimer-Demenz erkrankten GKV-Versicherten eine leitliniengerechte Therapie über ein Jahr erhalten können.

Nach den INSIGHT Health vorliegenden anonymisierten Patientendaten erhielten jedoch tatsächlich 291.000 GKV-Versicherte Anti-Alzheimerpräparate aus den genannten Wirkstoffgruppen. Dies ergibt rechnerisch ein mittleres Versorgungsniveau von 167 DDD je tatsächlich therapiertem GKV-versicherten Alzheimer-Patienten. Dies reicht für eine Therapiedauer von fünf bis sechs Monaten.

Von den 630.000 an Alzheimer-Demenz erkrankten GKV-Versicherten erhielten 2006 also lediglich rund 45 Prozent eine Arzneimitteltherapie mit einem leitliniengerechten Präparat. Bei den therapierten Alzheimer-Patienten erreicht das Verordnungsvolumen weniger als 50 Prozent dessen, was die entsprechende Leitlinie vorsieht.

Nach den bislang vorliegenden Zahlen wird sich daran auch im laufenden Jahr wenig ändern. So wurden bis Ende Oktober dieses Jahres 44,9 Mio. DDD der entsprechenden Wirkstoffe zu Lasten der GKV verordnet. Bis Ende des Jahres dürfte somit ein Gesamtverordnungsvolumen von knapp 54 Mio. DDD erreicht werden. Das würde gegenüber dem letzten Jahr zwar einer Steigerung von fast elf Prozent entsprechen, angesichts der beschriebenen Versorgungssituation wird die Lücke zum tatsächlichen Versorgungsbedarf jedoch weiterhin groß bleiben. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass auch die Zahl der Alzheimer-Patienten aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren stark ansteigen wird.

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