FT: Kommentar zu Glücksspielgesetz

Flensburg (ots) - Wer glaubt, er könne im Internetzeitalter Wetten privater Anbieter verbieten, ist weltfremd. Zocker finden heute mit zwei Mausklicks die entsprechenden Seiten. Diese Wettbuden im Netz lassen sich durch ein nationales Verbot nicht beseitigen - wohl aber durch Lizenzen regulieren und für die Spieler rechtssicherer machen. Das hat Schleswig-Holstein erkannt und sich von der heuchlerischen Begründung verabschiedet, allein mit dem Staatsmonopol lasse sich die Spielsucht eindämmen. Dass ein vom Staat organisiertes und beworbenes Glücksspiel weniger abhängig macht als das von bwin, Fluxx & Co., war immer eine Mär. Damit wollten sich die staatlichen Lottogesellschaften nur die Konkurrenz vom Hals halten und ihre Pfründe sichern. Geschadet hat das nicht zuletzt dem Fiskus. Dem gingen durch die Abwanderung der Zocker auf illegale ausländische Wettbüros Millionen an Spielabgaben durch die Lappen. Dass die Koalition im Norden sich mit ihrem Glücksspiel-Alleingang finanzielle Vorteile durch die Ansiedlung von Wettanbietern verspricht, ist nicht verwerflich. Ein "Las Vegas an der Förde" wird es nicht geben. Die 15 übrigen Ministerpräsidenten werden eher früher als später ein Wendemanöver einleiten, um am erhofften Geldsegen zu partizipieren. Der Finanzminister in Kiel sollte sich also nicht zu früh freuen.

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