Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Rostock, Ausgabe 04.06.07

    Ulm (ots) - Alle Deutschen haben das Recht, sich friedlich und ohne Waffen unter freiem Himmel zu versammeln. So bestimmt es das Grundgesetz. Kaum ein Grundrecht ist in den vergangenen Jahrzehnten so missbraucht worden wie dieses. Was sich am Samstag in Rostock abgespielt hat, ist ein weiterer Höhepunkt eines Skandals, der sich von Brokdorf bis Wackersdorf, von der Startbahn West (zwei ermordete Polizisten) bis Gorleben immer wieder ereignet. Und danach erklingen die Stimmen der Mitdemonstranten, das sei ja so nicht gewollt gewesen. Sie sind es, die den Verbrechern die Möglichkeit bieten, in der Masse mitzuschwimmen wie Mao Tse-Tungs "Fische im Wasser". Es sind die jetzt so unschuldigen Bedenkenträger aus den Kirchen, den Gewerkschaften, den Studentenvereinigungen, von "Attac", die nichts geahnt haben. Sie haben vorab das Unglück nicht zu verhindern versucht. Sie sind es, die den Gewalttätern die Möglichkeit verschaffen, ihre niederen Instinkte auszuleben. Sie sollten besser heute als morgen innehalten und sich überlegen, auf welcher Seite sie stehen. Auf der Seite des Rechtsstaates, der die Grundrechte wie das des Artikels 8 gewährleistet, oder auf der Seite derer, die versuchen, Polizisten zu ermorden? Wer zusieht, wie schwere Straftaten vorbereitet und begangen werden, und sich nicht an der Aufklärung beteiligt, ist moralisch fast so abgründig wie die Täter selbst.

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