Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar: Doping-Geständnis

    Ulm (ots) - Endlich hat da einer die Mauer des Schweigens gebrochen. Ex-Rad-Profi Bert Dietz hat sich bei seinem Doping-Geständnis absolut sachlich und glaubwürdig dargestellt. Dass Dietz einer aus der zweiten Reihe ist, ändert nichts an der Brisanz der Enthüllungen. Eine solch eindeutige Rolle hätte auch dem ertappten Jan Ullrich gut zu Gesicht gestanden. Aber der einstige Liebling der Nation wird wohl ewig ein unbedarftes, verhätscheltes Genie bleiben, ohne eigenes Profil und anfällig für jegliche Verführungen. Jahrelang hat man im Westen mit Fingern auf das flächendeckende Staatsdoping in der DDR gezeigt. Nur Einzelfälle sollen dagegen die Dopingsünder in den alten Bundesländern gewesen sein. Jetzt kommt Stück für Stück eine Wahrheit ans Licht, die entlarvt und erschüttert. Da hat eines der bekanntesten deutschen Unternehmen jahrelang den Doping-Missbrauch im eigenen Radteam ignoriert und nicht nur weggeschaut, sondern offenbar so viel Druck auf die Pedaleure ausgeübt, dass die glaubten, sie müssten manipulieren. Noch skandalöser sind die Verwicklungen der Freiburger Sportmediziner in das schmutzige Geschäft. Die beiden Ärzte, die an einer mit öffentlichen Geldern bezuschussten Universitätsklinik arbeiten, dazu Olympiastützpunkt, haben offenbar das Doping aktiv begleitet, ja die Sportler gar mit Epo versorgt - Gesundheitsrisiko hin oder her. Ein Offenbarungseid.

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: