Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar Sexismus Die Debatten werden bleiben

Ulm (ots) - Mimimi." Ein Parteikollege kommentierte so Jenna Behrends' Brief an die CDU, in dem sie sich über den vorherrschenden Sexismus auskotzt. Die Botschaft: Jetzt stell' Dich doch nicht so an. Die beabsichtigte Wirkung: Behrends' valide, auch von anderen Frauen in anderen Parteien gemachte Erfahrungen lächerlich machen. Eine beliebte Taktik. Mimimi. Es ist nicht Behrends, die sich wehleidig verhält. Sondern die Männer (und manche Frauen), die jetzt versuchen, sie niederzumachen. Die seit ein paar Jahren zunehmend empfindlich reagieren, wenn Frauen sich herausnehmen, auf sexistische Auswüchse empfindlich zu reagieren. Die ablenken, indem sie Aufmerksamkeit auf anderes lenken. Die sich herausnehmen, zu gewichten, was wichtig ist und was nicht. Was feministisches Engagement wert ist und was nicht. Mimimi. Es ist wie im Kindergarten. Es geht nicht um die "süße Maus" oder die infame Frage, mit wem Behrends ins Bett gegangen ist, um an ihren ehrenamtlichen Posten zu gelangen. Es geht um ein aus der Zeit gefallenes systemisches Verhalten, das es Frauen immer noch schwerer macht, sich in der Politik durchzusetzen. Und nein, es ist nicht allein die Schuldigkeit der Frauen, sich dann eben durchzubeißen, sich nicht anzustellen. Gerade in der CDU, deren Frauenanteil bald so niedrig ist wie in FDP und AfD. Mimimi. Auf eines können die, die im Vorgestern leben, sich gefasst machen: Himmelreich, Behrends, all diese Debatten? Werden nicht mehr weggehen. Das Internet ermöglicht Frauen, sich zu verbünden, Öffentlichkeit herzustellen. Egal, wie man zu manchen Auswüchsen des Netzfeminismus steht: Das ist ein großes Glück.

Pressekontakt:

Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: