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Südwest Presse: KOMMENTAR - LANDES-SPD Auf falschem Kurs

Ulm (ots) - Zu den vergnügungssteuerpflichtigen Jobs zählt Leni Breymaiers künftige Aufgabe mit Sicherheit nicht. Die designierte SPD-Landesvorsitzende muss ihre ins 13-Prozent-Loch abgestürzte Partei nicht nur psychisch wieder aufrichten, sondern sie inhaltlich so positionieren, dass sich die Chance auf politischen Wiederaufstieg eröffnet. Derzeit aber sieht es ganz so aus, als verschenkte Breymaier, die mit viel Rückenwind im Sommer nominiert worden ist, diese Chance bereits vor Amtsantritt. Trotz deutlichen Widerstands aus der Partei hält Breymaier unbeirrt an ihrer als Generalsekretärin ausgeguckten Favoritin Luisa Boos fest. Von der Südbadnerin weiß man innerparteilich nur, dass sie sich bei den Jusos und den organisierten SPD-Frauen mehr als deutlich links eingeordnet hat. Öffentlich ist die Alleinerziehende, die Mitarbeiterin der SPD-Linken Hilde Mattheis war, ein unbeschriebenes Blatt. Letzteres ist an sich schon ein Nachteil. Denn eine überzeugende Außenwahrnehmung gehört zum Anforderungsprofil für Generalsekretäre. Problematischer ist das bewusst gesetzte inhaltliche Signal: Ausgerechnet Baden-Württembergs Sozialdemokraten sollen sich unter der Noch-Verdi-Landeschefin Breymaier, die selbst diesem Flügel angehört, nach links bewegen. Dorthin, wo die einstelligen Wahlergebnisse winken. Die mehrheitlich der Mitte zuneigende Landtagsfraktion, die mit Sascha Binder einen vorzeigbaren Kandidaten hätte, wird brüsk übergangen. Nicht, dass die sogenannten Netzwerker unter Nils Schmid keine Fehler gemacht hätten. Doch das jetzt mit falscher, kleiner Münze zurückzuzahlen wird sich als großer Fehler erweisen.

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