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Südwest Presse: Kommentar: Illegale Autorennen

Ulm (ots) - Teilnehmer illegaler Autorennen suchen vor allem eines: den Kick. Dass ihr Treiben gefährlich ist, mitunter auch tödlich enden kann, ist ihnen nicht nur klar. Die Gefahr ist der Grund, weshalb Raser aufs Pedal drücken. Ein adrenalingetränktes Lebensgefühl, das noch aufregender wird, wenn es unter Strafe steht. Die Gesetzesinitiative des Bundesrats, der die Strafen für illegale Autorennen deutlich verschärfen will, ist ein überfälliger Schritt. Der Entwurf setzt ein Zeichen der Entschiedenheit. Das Thema ist zu ernst für halbherzige Schritte. Das zeigte jüngst wieder ein Fall in Berlin, bei dem ein Unbeteiligter bei einem illegalen Rennen getötet wurde. Weil solche Rasereien bislang jedoch nur als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, klang das Strafmaß nicht nur in den Ohren der Raser wie purer Hohn. Bei aller Notwendigkeit des Vorstoßes: Als Abschreckung wird auch die Verschärfung kaum taugen. Am schönen Schein des Ohne-Limit-Lebensgefühls wird das höhere Strafmaß erst kratzen, wenn Verkehrssünder rasch verurteilt werden. Möglich, dass Wiederholungstaten so reduziert werden. Aber erst wenn es schmerzt, kommt die Einsicht.Letztlich kann aber nur erhöhte Polizeipräsenz an kritischen Stellen in Kombination mit einem härteren gesetzlichen Vorgehen wirken. Raserstrecken sind bekannt. Dort muss die Polizei durchgreifen und zeigen, dass die Zeiten des laschen Umgangs mit illegaler Raserei vorbei sind.

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