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Südwest Presse: Kommentar: Syrien

Ulm (ots) - Das Regime will keinen Frieden, Baschar al-Assad ganz Syrien zurückerobern. So muss man wohl die Botschaft aus Damaskus verstehen am Ende der siebentägigen Waffenruhe, die ihm das verbündete Russland und die feindlichen USA mit ihrem Vertrag von Genf vor die Nase gesetzt hatten. Der Diktator fühlt sich am militärisch längeren Hebel und glaubt an die Strategie, die von ihm umzingelten Hungerenklaven nun zur Kapitulation zwingen zu können. Dank russischer Luftunterstützung und iranisch-schiitischer Bodentruppen sieht er keinen Grund für irgendwelche politischen Kompromisse, von einem Machtverzicht ganz zu schweigen. Für die beiden Großmächte dagegen ist der Schaden ihrer gescheiterten Feuerpause beträchtlich, auch wenn sie sich momentan gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Denn sie haben offenbar nicht mehr die Macht, die Kombattanten wirklich in die Schranken zu weisen. Russland kann Assads Regime nicht einmal mehr die kleinsten humanitären Gesten abringen. Der Einfluss der USA auf die Rebellen ist so gering, dass diese nicht daran denken, sich von ihren dschihadistischen Bundesgenossen zu distanzieren. Und so schlägt nach dem Kollaps der Feuerpause nun wieder die Stunde der Regionalmächte Iran, Saudi-Arabien und Türkei sowie der Kombattanten vor Ort. Alle werden ihre Waffenlieferungen erneut hochschrauben. Und auf die zermürbte Bevölkerung warten weitere Jahre in der syrischen Hölle.

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