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Südwest Presse: Kommentar: Beckenbauer

Ulm (ots) - Eine Überraschung ist es nicht, allenfalls eine Klärung der Situation. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit der WM-Affäre 2006 also nicht nur gegen Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger und Horst Schmidt, was bekannt war, sondern auch - und zwar völlig zu Recht - gegen Franz Beckenbauer. Somit drohen auch dem "Kaiser", der das Endturnier letztendlich nach Deutschland geholt hat, strafrechtliche Konsequenzen, bis hin zu Gefängnis. Es ist richtig, dass die Eidgenossen in dieser Sache so hartnäckig bleiben und versuchen, mit Hilfe der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Licht ins Dunkel zu bringen. Dass bisher keiner der vier mutmaßlich Beteiligten einen Beitrag zur Aufklärung des immer noch ominösen Geldflusses von 6,7 Millionen Euro im Zusammenhang mit âEUR¯der WM-Affäre geleistet hat, ist beschämend. Dass nun ausgerechnet die Schweizer den Vorreiter spielen, dürfte schlicht pragmatische, prozessökonomische Gründe haben. Dieser Umstand sollte den deutschen Ermittlungsbehörden nicht zum Nachteil ausgelegt werden. Das deutsche WM-Macherquartett wird sich bald wegen des Verdachts der Untreue, Betrugs und Geldwäsche konkret äußern müssen. Die akribisch arbeitenden Schweizer Ermittler werden die "Wir-wissen-von-nichts-Masche" von Beckenbauer & Co. ganz schnell und systematisch bearbeiten und hoffentlich zur Wahrheit vorstoßen - Sommermärchen hin oder her.

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