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Südwest Presse: Kommentar: Schwarz-Grün

Ulm (ots) - Es ist unübersehbar, dass sich die Parteien in Stellung bringen für das Wahljahr 2017 - erst recht nach dem Verzicht des Bundespräsidenten auf eine zweite Amtszeit. Die Frage, wer Joachim Gauck im Februar beerben soll, lässt sich angesichts des politischen Terminkalenders kaum trennen von der Debatte über künftige Koalitionen in Berlin. Deshalb sollte niemand so naiv sein, den beteiligten Strategen nicht auch handfeste Machtinteressen zu unterstellen, wenn jetzt in vertraulichen Gesprächen über geeignete Persönlichkeiten für das höchste Staatsamt geredet wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht noch einmal wie 2012 erleben wollen, dass sich SPD, Grüne und FDP hinter ihrem Rücken auf einen Bundespräsidenten einigen, den sie nicht auf der Wunschliste hat. Also macht es Sinn, dass sich die CDU-Chefin nun frühzeitig persönlich darum kümmert, Interessenten zu befragen und Mehrheiten zu organisieren. Und sicher zählt Winfried Kretschmann zu jenem kleinen Kreis möglicher (Kompromiss-)Kandidaten, über die gegenwärtig spekuliert wird. Doch rufen allzu offene Anbändeleien zwischen CDU und Grünen Widerstand hervor. Nicht überall in der CDU gefällt die Sympathie der Kanzlerin für Schwarz-Grün, von der CSU ganz zu schweigen. Und dass die Parteilinke der Grünen bereits ihren Frieden mit dieser Option geschlossen hätte, wird nicht einmal Merkel-Verehrer Kretschmann zu hoffen wagen.

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