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Südwest Presse: Kommentar: Doping

Ulm (ots) - Russland hält den Ausschluss seiner Athleten von den Sommerspielen im August in Rio de Janeiro für politisch motiviert und ist deshalb sauer. Na und? Genau das ist der einzig richtige Weg, um Doping zumindest einzuschränken. Ein anderes Mittel gibt es tatsächlich nicht. Staatliches, politisches Eingreifen oder Kapitulation, das ist hier die Frage. Zweifelsohne ist die Kollektivstrafe mit dem Wertekanon westlicher Demokratien nicht zu vereinbaren. Das deutsche Strafrecht, und nicht nur dieses, verlangt eine persönliche Schuld als Grundlage für eine Bestrafung. Die Sportgerichtsbarkeit, der sich nationale und internationale Verbände unterwerfen müssen, kann Einschränkungen zulassen. Genau diese Freiheit hat sich der Internationale Sportgerichtshof Cas genommen, als er nun die Rechtmäßigkeit der Suspendierung russischer Athleten durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF bestätigte und damit den Weg für einen Totalrauswurf ebnete. Wer auf unsauberem Weg zu mehr Leistung im Wettkampf kommt und damit betrügt, der verwirkt in diesem Bereich das Recht, sich seinerseits auf Fairplay zu berufen. Die Politik muss dann entsprechend handeln, weil zum Beispiel mehr Dopingtests oder andere Maßnahmen zu keinem Erfolg führen. Dem Tempo, das die Pharmaindustrie bei der Entwicklung von Dopingmittel vorlegt, kann die Anti-Doping-Wissenschaft schon lange nicht mehr folgen.

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