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Südwest Presse: Kommentar: SPD-Abgeordnete

Ulm (ots) - Petra Hinz, die SPD-Abgeordnete aus Essen, ist in den elf Jahren seit ihrem Einzug in den Bundestag stets eine unauffällige Hinterbänklerin gewesen. Das wäre sie wohl auch weiter geblieben, wenn es jetzt aus ihrem Umfeld nicht anonyme Hinweise auf ihren gefälschten Lebenslauf gegeben hätte. Eine Geschichte, die so recht ins Berliner Sommerloch passt - "Hochstaplerin im Hohen Haus". Parallelen zu den Affären um Sebastian Edathy, Michael Hartmann oder Volker Beck, bei denen der angeblich unerträgliche Druck des politischen Karrierebetriebs als Erklärung für den Griff nach Aufputschmitteln der verbotenen Art herhalten musste, sind bei Petra Hinz nicht zu erkennen. Sie stand anders als jene drei Abgeordneten mit herausgehobenen Funktionen nicht ständig oder zeitweise im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Zudem datiert ihre Schummelei aus einer Zeit, da die vermeintliche Juristin noch am Anfang einer jahrelangen kommunalpolitischen Laufbahn stand. Hier - an ihrer Essener Parteibasis - sollten sich deshalb viele Genossen fragen, wie gut sie Petra Hinz eigentlich kannten, als sie ihr das ja nicht unbedeutende Mandat für Berlin antrugen. Ein Prädikatsexamen oder ein Doktorhut sind nicht zwingend für einen Volksvertreter. Gute Politiker, hat Max Weber gesagt, zeichnen sich durch Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß aus. Sachverstand, Glaubwürdigkeit und Integrität dazu wären auch nicht schlecht. Akademische Titel braucht es nicht unbedingt, um sich Respekt in der politischen Arena zu erwerben. Dagegen sind schon manche gestürzt, die auf ihrem Weg nach oben betrogen oder gemogelt haben.

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