Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar:AfD

Ulm (ots) - Eine Fraktion, die es nicht fertigbringt, einen ausgewiesenen Antisemiten auszuschließen. Eine Partei, die sich bereits nach zwei Monaten Parlamentsarbeit zerlegt. Ein Bundesvorsitzender, der künftig im Landtag einer Gruppierung vorstehen wird, die viele Namen tragen kann, aber nicht den der Partei, die er formal anführt: Die Art und Weise, wie die AfD ihren eigenen Anspruch mit Füßen tritt, eine bessere Alternative zu den von ihr geschmähten Altparteien zu sein, ist ohne Beispiel.Für den professoralen Jörg Meuthen mag die Spaltung die letzte Rettung sein, die klare Abgrenzung von Antisemitismus jedenfalls war überfällig. Doch ob er mit seinem radikalen Trennungsschritt die Radikalisierung seiner Partei noch stoppen kann, muss sich weisen. Zu unklar sind die Folgen der dadurch ausgelösten Dynamik, zu komplex die Machtgefüge und taktischen Winkelzüge in der jungen Partei. Eines aber wird immer deutlicher: Wer sich auf die AfD verlässt, ist verlassen. Das hat die Partei mit den Rechtspopulisten anderer Länder gemeinsam. Der Zerfall der bislang größten Oppositionsfraktion im Landtag in eine unverbesserliche Gedeon-AfD und eine Meuthen-Gruppierung dürfte vielleicht manchem Wähler die Augen öffnen. Denn für die Steuerzahler bedeutet das Selbstfindungsexperiment erst einmal: Mehrausgaben fürs Parlament. Also genau das, was Rechtspopulisten sonst regelmäßig ablehnen.

Pressekontakt:

Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: