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Südwest Presse: Kommentar: Volkswagen

Ulm (ots) - Vertrauen ist in jeder Beziehung wichtig. Vor allem in der zwischen Verkäufer und Käufer. Bei Volkswagen gibt es derzeit keinen Glauben mehr an Redlichkeit. Selbst VW-Chef Matthias Müller bittet auf der Hauptversammlung nicht um Vertrauen, sondern nur, dem Unternehmen die Treue zu halten. Was für ein Offenbarungseid. Kunden und Aktionären bleibt nur übrig, an das Gute im Management und Aufsichtsrat zu glauben. Zu hoffen, dass angekündigte Veränderungen wahr werden. Das fällt schwer. Bislang ist außer Versprechungen wenig vom grundlegenden Wandel beim größten Autobauer Europas zu sehen. Im Gegenteil: Der ersehnte Zwischenstand bei der Schuldfrage? Bedauerlicherweise gestern nicht lieferbar. Eine neue Kontroll-Kultur? Unglaubwürdig durch einen personifizierten Interessenskonflikt: Aufsichtsratchef Hans Dieter Pötsch. Was bleibt, sind drohende Milliardenklagen, Ineffizienz, technischer Rückstand, Vertrauensverlust, Käuferrückgang. Bei der Hauptversammlung ging es um Alles oder Nichts. Die Hauptaktionäre aus Gründerfamilien, Niedersachsen und Emirat Katar halten 89 Prozent der Stimmrechte. Das Auftreten der restlichen Aktionäre hat also etwas rührend Zeremonielles. Doch wenn nicht einmal jene überzeugt werden - wer dann? Die Ankeraktionäre sind eng mit der Krisenbewältigung verbunden - ein weiteres Problem bei VW. Das Gegenteil von Vertrauen ist Misstrauen.

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