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Südwest Presse: Kommentar: Kretschmann

Ulm (ots) - Die Grünen haben der CDU das Wirtschaftsministerium überlassen. Das Feld aber wollen sie selbst bestellen. Den Anspruch, Wirtschaftsfragen weiter zur Chefsache zu machen, hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Regierungserklärung klar markiert.Dabei hat der Superrealo geschickt an schwarze Vorbilder erinnert: an Lothar Späths Ideenreichtum, an Günther Oettingers Digitalisierungsglauben. Das zeigt, dass die Kretschmann-Grünen in Wirtschaftsfragen der CDU näher stehen als dem Ex-Partner SPD. Die Umarmung kann für die Schwarzen indes zum Schwitzkasten werden. Die neue CDU-Wirtschaftsministerin wird es nicht leicht haben, den Grünen auf dem wichtigen Kompetenzfeld Paroli zu bieten. Dem Land und seinen Unternehmen muss ein Wettkampf um bessere Ideen nicht schaden - sofern sich Grün-Schwarz dabei nicht blockiert. Dass die Politik die Rahmenbedingungen für die ausgerufene Aufholjagd bei Neugründungen verbessern will, geht schon einmal in die richtige Richtung.

Ansonsten aber machten Kretschmanns Rede und der uneinheitliche Applaus in den Koalitionsreihen dafür deutlich, dass Grün-Schwarz sich noch finden muss. Ob Schule oder Energiewende: Sobald es um mehr geht als wohlfeile Überschriften, werden Differenzen in den Details sichtbar. In einem aber ist sich diese Koalition einig der Abgrenzung nach Rechts. Wie weit das dieses Bündnis trägt, muss sich weisen.

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