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Südwest Presse: Kommentar: Gauland

Ulm (ots) - König Fußball eint die Menschen. Der Kampf ums runde Leder gehört zu den wenigen wahrhaft internationalen Dingen, auf die sich Menschen ungeachtet ethnischer und religiöser Differenzen rund um den Globus verständigen können. Dafür grätscht AfD-Vize Alexander Gauland hart ein. Seine rassistische Sicht auf den deutschen Nationalspieler Jérôme Boateng ist ein grobes Foul. Urwaldlaute von der politischen Tribüne gewissermaßen. Dass Gauland sich nicht erinnern kann, nichts gesagt zu haben - geschenkt, wildes Gestikulieren im Strafraum gehört nun mal dazu. Dass ihm nicht einmal die AfD-Chefin Glauben schenkt, ist peinlich. Denn die Provokation hat Methode und ist im Übrigen nicht neu: Vor Jahren hatte die rechtsextreme NPD anlässlich einer Fußball-WM einen Taschen-Terminplaner im Sortiment, in dem sie für eine "echte Nationalmannschaft" warb, in der nicht nur die Trikots weiß sein sollten. Ein Schelm, wer angesichts des scheinheilig-warnenden AfD-Hinweises auf rassistisches Gedankengut in der Bevölkerung Böses denkt. Einmal mehr stilisiert sich ein Funktionär zum Sprachrohr jener angeblich homogenen Masse, die im neurechten Jargon "Das Volk" genannt wird - gerade so, als bestehe dieses nicht aus Teilen, die bunter sind, als es den Vordenkern des anderen Deutschland behagt. Dass Boateng für dieses Land spielt, ist Ausdruck dieser Vielfalt. Frauke Petry hat sich für ihren Vize entschuldigt - die rote Karte wäre besser gewesen.

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