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Südwest Presse: KOMMENTAR · FLÜCHTLINGE Zwei Gesichter Europas

Ulm (ots) - Das Zusammentreffen hätte nicht augenfälliger sein können. Während Papst Franziskus auf Lesbos an die Fähigkeit Europas appelliert, Menschen in Not eine neue Heimat zu geben, lässt Alt-Kanzler Helmut Kohl Äußerungen verbreiten, die Lösung der Flüchtlingskrise sei nicht in Europa zu finden. Der einst so große Europäer kehrt dem Elend der Welt den Rücken und macht sich gemein mit jenem Viktor Orban, der in der EU wie kein anderer für Egoismus und Nationalstaatlichkeit steht. Solidarität und Achtung von Menschenrechten ade - im Wertekanon dieser im Geiste verbundenen Politiker sind Eigeninteressen ganz nach vorne gerückt. Das Wochenende zeigt die zwei Gesichter Europas. Welches Europa wollen wir? Eines, das mit vereinten Kräften versucht, politische Lösungen in den Krisenregionen voranzutreiben und sein Herz nicht gegenüber der Not von Menschen verschließt; ein Europa, das sich seiner humanitären Grundlage erinnert, wie Papst Franziskus mahnt. Oder eine Gemeinschaft, die nur noch einig ist in der Abwehr, sich abschottet, damit kein Fremder an gedeckte Tische der europäischen Wohlstandsländer gelangen kann? Es ist eine Abwägung zwischen einem egoistischen Selbstbereicherungsclub und einer Union, die sich der Verantwortung stellt, auch für Menschen jenseits der eigenen Grenzen. Um eine Antwort kommt niemand herum.

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