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Südwest Presse: KOMMENTAR zu ISTANBUL Ausgabe vom 13.01.2016

Ulm (ots) - KOMMENTAR zu ISTANBUL

Ausgabe vom 13.01.2016 Wie kein anderes Monument am Bosporus symbolisiert die Blaue Moschee die stolze Geschichte des Osmanischen Reiches. Und ausgerechnet hier reißt ein Attentäter des "Islamischen Staates" zehn Touristen mit in den Tod, fast alle aus Deutschland. Das Attentat will maximalen Schrecken verbreiten - nicht nur in der Türkei, sondern auch in Europa. Denn je stärker der IS auf seinem Territorium in Syrien und Irak unter Druck gerät, desto mehr metastasieren seine Anhänger in die umliegenden Staaten und in die Nationen, die sich am Luftkrieg gegen ihn beteiligen. Die Türkei fungierte lange als Hauptdurchgangsland der Terrormiliz. Seit Ankara auf internationalen Druck stärker gegen durchreisende Gotteskrieger vorgeht und seine Grenzen besser kontrolliert, gerät das Land selbst in den Fokus. Denn ohne die stillschweigende Duldung der türkischen Führung würde der Nachschub an Extremisten, Waffen und Geld für das Imperium des Abu Bakr Al-Baghdadi schnell versiegen. Daher ist Ankaras neuer Kurs für dessen Zukunft viel bedrohlicher als alle alliierten Luftschläge zusammen. Kein Wunder, dass sich die Angriffe der Terrorfanatiker jetzt auch gegen ihren langjährigen klammheimlichen Sponsor richten. Das Attentat im Oktober auf einer Friedenskundgebung in Ankara war der blutige Auftakt. Und es ist zu befürchten, dass dem Terrorakt neben der Blauen Moschee viele weitere folgen werden.

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