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Südwest Presse: KOMMENTAR · DATENSCHUTZ-REFORM

Ulm (ots) - Selbstbestimmte Datenspur

Max Schrems staunte nicht schlecht. Der Österreicher forderte alle Daten an, die Facebook über ihn gespeichert hatte. Mehr als 1200 Seiten bekam er zugesandt, es fehlten allerdings immer noch viele Informationen. Schrems erstattete Anzeige - in Irland, dem europäischen Sitz des Netzwerks. Dies wird künftig anders laufen. Nach der neuen EU-Datenschutzrichtlinie muss Schrems nicht mehr vor ein irisches Gericht ziehen und hat nur noch einen Ansprechpartner. Vor allem aber können Internetfirmen nicht einfach nach Belieben entscheiden, was sie wie lange mit seinen Online-Spuren machen und ob sie diese herausgeben. Ein wichtiger Schritt zur selbstbestimmten Kontrolle eigener Daten ist getan. Ob es praktikabel ist, dass Eltern der Nutzung etwa von WhatsApp durch ihre Kinder zustimmen müssen, bleibt abzuwarten. Dies dürfte kaum zu überprüfen sein. Allerdings könnte allein die Strafandrohung Google, Twitter & Co. dazu bringen, sich Gedanken über Datensicherheit zu machen. Der völlig veraltete europäische Regel-Flickenteppich wird endlich reformiert. Kapitalschwache Start-Up-Unternehmen müssen sich nicht mit 28 Rechtsauslegungen in der EU herumärgern. Vieles ist trotz hartem Lobbyeinsatz erreicht - aber nicht alles. Das allgemein gehaltene Gesetz ist noch auszuarbeiten. Nutzer müssen Werbung immer noch aktiv widersprechen. Die Verantwortung für die eigenen Daten bleibt bestehen.

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