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Südwest Presse: KOMMENTAR zu ANTI-TERROR-KAMPF Ausgabe vom 26.11.2015

Ulm (ots) - KOMMENTAR zu ANTI-TERROR-KAMPF

Ausgabe vom 26.11.2015 Was für Gerhard Schröder 2001 nach den Anschlägen in New York und Washington die "uneingeschränkte Solidarität" mit den USA war, ist für Angela Merkel im Schatten der Terrorattacken auf Paris "jedwede Unterstützung" für Frankreich. Damals folgte aus der Zusage des Bundeskanzlers für Deutschland der Einsatz in Afghanistan, und auch jetzt wird die schwarz-rote Bundesregierung um einen militärischen Beitrag im internationalen Anti-Terror-Kampf nicht vorbei kommen. Bisher beschränkt sich die Bundeswehr auf Ausbildungsmissionen im Irak und in Mali. Dabei wird es nicht bleiben können, wenn die Kanzlerin ihr spontanes Hilfsangebot gegenüber dem wohl wichtigsten Partner in Europa ernst meint. Sicher fühlen sich die Franzosen durchaus entlastet, wenn die Deutschen ihr Engagement in den beiden Krisenregionen verstärken. Aber von dem engen Verbündeten in EU und Nato erwartet Paris zu recht mehr, zumal der IS-Terror nicht bloß Frankreich bedroht. Dass ein möglicher Einsatz von Aufklärungs-Flugzeugen über Syrien nicht nur ein unmittelbares Risiko für deutsche Soldaten birgt, liegt auf der Hand. Jede Beteiligung am Feldzug gegen die islamistische Terrormiliz erhöht zugleich die Anschlagsgefahr in Deutschland. Das macht eine Entscheidung, die über bloße Beistandsformeln hinausgeht, so ungemein schwer und lastet fortan auf den Schultern der Verantwortlichen.

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