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Südwest Presse: Kommentar: Beckenbauer

Ulm (ots) - Demontage des Denkmals

Dem deutschen Fußballkaiser, diesem weltweit anerkannten und höchst beliebten Botschafter der kickenden Zunft, droht eine Sperre auf allen Plätzen rund um den Globus. Die Ermittler der Ethikkommission im Fußball-Weltverband Fifa haben Franz Beckenbauer angeklagt, weil seine Rolle in der skandalumwitterten Vergabe der Weltmeisterschaften für die Jahre 2018 in Russland und 2022 in Katar offenbar mit Zweifeln behaftet ist. Es macht die Angelegenheit delikat, dass sich die Moralapostel des Weltverbands - lange Zeit als reine Erfüllungsgehilfen der Machthaber verschrien - gerade in diesem Moment derart aufrichtig mit dem bunten Treiben ihrer direkten Vorgesetzten aus längst vergangenen Tagen befassen. Das Votum für Russland und Katar wurde im Dezember 2010 abgegeben, Beckenbauer legte sein Mandat als Mitglied des stimmberechtigten Fifa-Exekutivkomitees bereits wenige Monate später nieder. Der 70 Jahre alte Münchner pflegt heute nur noch das Amt des Ehrenpräsidenten bei seinen Bayern. Warum also sperren? Es wirkt, als diene der Kaiser als perfekter, weil prominenter Beleg für die erst seit ein paar Monaten effiziente Arbeit der Kommissare. Die Demontage des Denkmals, das den Deutschen als spielender und trainierender Weltmeister so viel Glanz und Gloria bescherte, nehmen sie billigend in Kauf. Oder glaubt in Zürich wirklich jemand, dass Beckenbauer keinen Weg findet, wenn er in die Arena möchte?

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