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Südwest Presse: KOMMENTAR · FLÜCHTLINGE

Ulm (ots) - Debatten reichen nicht

Ja, es ist eine große Herausforderung. Ja, die Bilder von völlig überfüllten Zügen aus Balkanländern bedrücken, manchem machen sie auch Angst. Doch: Nein, dieses Land ist nicht über-fordert. Es wird deutlich, dass die große Zahl von Flüchtlingen nicht mehr nebenbei, quasi im laufenden Betrieb, zu erfassen und unterzubringen ist. Womöglich noch so, dass die Mehrheit der Gesellschaft nichts merkt. Der Chef des Städte- und Gemeindebundes mahnt zu Recht: Wir diskutieren zu viel über kleine Bausteine (Umstellung von Geld- auf Sachleistung), über Hauptthemen aber viel zu wenig. Wie lassen sich die Menschen aus Kriegs- und Krisenländer einigermaßen würdig und in absehbarer Zeit auch wintertauglich unterbringen? Noch mag nicht jeder leerstehende Bahnhof, jedes verwaiste Pfarrhaus, jeder Wohnkomplex, der vielleicht nicht toll, aber besser noch als jedes Zelt ist, mit ins Kalkül gezogen sein. Doch es braucht darüber hinaus neue Erstaufnahmeeinrichtungen. Und zwar schnell. Es wäre viel gewonnen, wenn jene, die der Öffentlichkeit fast täglich neue Abschreckungsmaßnahmen präsentieren, genauso kreativ an praktischen Lösungen arbeiten würden. Natürlich ist es notwendig, in Balkanländern Menschen über den fast aussichtslosen Asylweg in Deutschland aufzuklären. Zugleich heißt es Antworten finden, für jene, die in Deutschland angekommen sind. Nur Debattenstoff zu liefern, reicht nicht.

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