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Südwest Presse: KOMMENTAR · ASYLBEWERBER

Ulm (ots) - Schwierig genug

Warum sind Deutschland, Schweden und Österreich attraktive Flüchtlingsstaaten in Europa? Ob die Asylbewerber Nahrungsmittel oder Bargeld erhalten, dürfte nur in Einzelfällen entscheidend sein. Wer seine Heimat verlässt, aus welchem Grund auch immer, wird sich vornehmlich dorthin wenden, wo er jemanden kennt: Verwandte, Bekannte, Freunde. Thomas de Maizière verkennt wohl auch die Findigkeit vieler Migranten. Wer dringend Geld braucht, wird rasch Mittel und Wege finden, "Sachleistungen" in Münzen zu verwandeln. Den Zuwanderungsdruck nach Deutschland wird der Minister mit solchen Maßnahmen jedenfalls nicht mindern. Recht hat der CDU-Politiker, wenn er den eklatanten Mangel an Solidarität in der Europäischen Union beklagt. Allerdings hat die Bundesregierung auch lange gezögert, Italien und Griechenland beizuspringen, als dort die Aufnahmelager völlig überfüllt waren. Was will Thomas de Maizière also? Die verantwortlichen Politiker aller Couleur in Bund und Ländern sollten aufhören, mit dem Thema Flüchtlinge ihr Profil und das ihrer Partei schärfen zu wollen. Es ist schwierig genug, halbwegs menschenwürdige Unterkünfte für diejenigen zu finden, die flüchten, um ihre Existenz zu retten. Und es geht darum, auf humane Weise denjenigen klar zu machen, dass sie in Deutschland nicht bleiben können, weil sie in ihren Herkunftsländern nicht politisch verfolgt werden. Wenn es den EU-Staaten dann noch gelingt, Konsequenzen aus ihrer unzureichenden Balkanpolitik zu ziehen, wachsen die Chancen, dass vor allem junge Leute dort bleiben. Die Länder brauchen sie, wirtschaftlich und kulturell

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