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Südwest Presse: KOMMENTAR · FLÜCHTLINGE

Ulm (ots) - KOMMENTAR · FLÜCHTLINGE

Das schaffen wir!

Eine solche Welle hat dieses Land schon einmal bewältigt - als es ganz unten war. Gut 850 000 Ost-Flüchtlinge kamen bis 1950 im Südwesten unter. Dieses Jahr sollen es 54 000 Asylsuchende sein. Auch wenn die Zahl sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat, auch wenn Entspannung in den Krisengebieten rund um Europa nicht absehbar ist: Das muss machbar sein. Dass es derzeit trotzdem nicht rund läuft, liegt mit an uns selbst: Nach dem Abklingen des Flüchtlingszustroms infolge der Balkankriege in den 1990ern wurden flugs Kapazitäten abgebaut. Nun, in Zeiten der Vollbeschäftigung und des Baubooms, mangelt es an Personal und Platz. Zwar sprudeln die Steuereinnahmen. Und doch erliegen alle Ebenen - von den Kommunen bis hoch zur EU - gern mal dem Reflex, auf andere zu zeigen und zu klagen: "Wir würden gern, aber die zahlen nicht." Ja, Probleme gibt es - das hat gerade wieder der Tumult um ein Auffanglager in Heidelberg gezeigt. Der Landesflüchtlingsgipfel muss sie kommenden Montag angehen. Es gilt, mehr Ressourcen zu schaffen und vorhandene besser zu bündeln. Balkanflüchtlingen ein faires wie schnelles Verfahren zu bieten. Asylsuchende mit guter Anerkennungs-Prognose schnell einzugliedern. Niemanden mehr aus der Erstaufnahmeeinrichtung zu verlegen, ohne dass sein Asylantrag gestellt ist. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt mit einer hocheffizienten Verwaltung. Das werden wir doch schaffen!

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