Südwest Presse

Südwest Presse: KOMMENTAR · VERKEHRSPROJEKTE

Ulm (ots) - Mehr Schein als Sein

Alexander Dobrindt mag große Worte. Der Bundesverkehrsminister feiert eine "Modernisierungsoffensive" für Autobahnen und Bundesstraßen. 2,7 Milliarden Euro hat er freigegeben. Das klingt beeindruckend. Tatsächlich setzt der CSU-Minister nur um, was der Bundestag an Mitteln im Haushalt zur Verfügung gestellt hat. Zudem fließt nur ein Fünftel in die Erneuerung bestehender Straßen. Das meiste geht für Neubauprojekte und "Lückenschließungen" drauf, was auch nichts anderes ist. Das passt nicht zu den großen Versprechen der Verkehrspolitiker angefangen bei Dobrindt, angesichts des maroden Zustands vieler Straßen müsse die Erneuerung Vorrang vor dem Neubau haben. Mehr Schein als Sein herrscht auch da. Neubauprojekte sind bei Politikern besonders beliebt. Die örtlichen Bundestagsabgeordneten können so tun, als hätten sie allein dafür gesorgt, dass Geld in den Wahlkreis fließt. Der erste Spatenstich bringt ebenso nette Fotos in der Lokalzeitung wie das Durchschneiden des Bandes bei der Fertigstellung. Die Sanierung bestehender Straßen ist bei weitem nicht so glamourös. Und doch ist sie viel dringlicher, sonst zerfällt die Substanz. Besonders viel Geld fließt in den Süden. "Die Weißwurstconnection schlägt wieder zu", kommentiert das die Linke. Tatsächlich steht Bayern an erster Stelle. Doch gemessen an der Zahl der Einwohner kommt das grün-rot regierte Baden-Württemberg genauso gut weg. Auffällig ist insbesondere, wie wenig in Nordrhein-Westfalen investiert wird. Dort gebe es zu wenig baureife Projekte, begründet das Dobrindt. Auf gut Deutsch: Die Verwaltung arbeitet schlecht. Wurde da am falschen Ende gespart?

Pressekontakt:

Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: