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Südwest Presse: Kommentar: Cyper-Angriff

Ulm (ots) - KOMMENTAR · CYBER-ANGRIFF

Spiel mit dem Feuer Seit einem Monat greifen Hacker die IT-Systeme des Bundestages an, doch erst jetzt gestehen die Parlamentarier kleinlaut ein: Das, was gerade abläuft, sprengt alle Dimensionen. Als Abwehrmaßnahme tagte gestern der Ältestenrat des Bundestages. Das Thema: Darf sich der Verfassungsschutz zur Aufklärung in den Servern eines gewählten Parlaments umsehen? Er muss es, möglicherweise haben die Abgeordneten schon viel zu lange gezögert, bis sie gestern endlich grünes Licht gaben. Dabei sind ihre Bedenken verständlich. Nach vielen Pannen hat der Inlandsgeheimdienst nicht mehr den allerbesten Ruf. Und auch das Misstrauen gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist erklärbar: Es ist einst aus dem in der NSA-Affäre in die Kritik geratenen BND hervorgegangen und in Zeiten der Untersuchungsausschüsse, die das lose Treiben der Schlapphüte aufklären sollen, sicher kein gern gesehener Gast. Der Angriff zeigt, wie sehr sich Konflikte auf die IT-Ebene verlagern - und sei es nur als Provokation oder um die Stärke des Gegners zu testen. Als Verdächtige werden schnell Russland, China oder Nordkorea genannt. Ob das stimmt, ist offen, Spuren im Netz lassen sich leicht verwischen oder falsch legen. Wer, wie der stellvertretende Nato-Generalsekretär, locker vom Bündnisfall schwadroniert, spielt mit dem Feuer. Der bevorstehende Austausch von Hard- oder Software ist dagegen noch harmlos.

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