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Südwest Presse: KOMMENTAR · BUNDESWEHR

Ulm (ots) - Kommando zurück

Es gab in der jüngeren Vergangenheit Verteidigungsminister, die ihre ausländischen Kollegen gefragt haben: "Könnt ihr nicht ein paar Leos von uns gebrauchen?" Tatsächlich standen in den glorreichen Zeiten nach Ende der Ost-West-Konfrontation in Europa viele Kampfpanzer vom Modell Leopard 2 ungenutzt in den Bundeswehr-Kasernen herum, weil für Übungs- oder Manöverzwecke ein Bruchteil der zuvor für teures Geld beschafften Flotte ausreichte. Nun hat sich mit der Ukraine-Krise die sicherheitspolitische Lage so dramatisch verändert, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das Kommando von der allmählichen Ausmusterung der Panzer zurückgenommen und vorsorglich sogar eine deutsch-französische Neuentwicklung eingeleitet hat. Der kalte Krieg kehrt offenkundig in die Köpfe von Politikern, Strategen und Rüstungsplanern zurück. Das kann niemanden erfreuen, vielleicht mit Ausnahme der von Milliarden-Aufträgen profitierenden Industrie. Man kann daher nur hoffen, dass die Ministerin dieses Projekt, wenn es sich denn als notwendig, sinnvoll und finanzierbar erweist, professioneller und seriöser in Angriff nimmt, als ihr Haus früher mit kostspieligen Beschaffungen umgegangen ist. Die aktuelle Pannenliste der Bundeswehr ist lang und skandalös. Bei deren Aufarbeitung könnte noch weiteres Ungemach drohen, nicht nur für von der Leyens Vorgänger.

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