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Südwest Presse: KOMMENTAR zu MOBILFUNK Ausgabe vom 16.05.2015

Ulm (ots) - Südwest Presse Ulm, KOMMENTAR zu MOBILFUNK Ausgabe vom 16.05.2015 Jetzt will wieder jeder Recht haben. Die Verbraucherschützer schreien: Skandal. Die Branchenverbände der Mobilfunkunternehmen dagegen nicken bedächtig und sagen: besser so. Dass die Roaming-Gebühren nicht wie vom Europäischen Parlament beschlossen zum Jahresende fallen, dürfte viele Menschen erzürnen. Eine "Schande", welche die frühere EU-Justizkommissarin Viviane Reding ausmacht, ist es hingegen nicht. Natürlich: In Europa gilt freier Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehr. Warum gibt es bei der Telekommunikation noch künstliche Grenzen? Schließlich handelt es sich nur selten um Strandgespräche mit der Oma daheim über das Wetter in Spanien. Viele Menschen arbeiten, leben und denken nicht mehr in nationalen Ländergrenzen - und möchten auch so kommunizieren. Die Gebühren belasten die Wirtschaft. Internetzugang ist für Viele nicht mehr wegzudenkender Alltag, den man gerade im Urlaub nicht missen will. Der Wegfall der Gebühren wäre ein gutes politisches Symbol für Bürger: Schaut', die EU ist gut und erreicht etwas. Mobilfunkunternehmen verdienen mit Roaming Geld. Genau das ist auch der Grund, in der Verschiebung nicht den Untergang Europas zu sehen: Die Gebühren sind bereits schrittweise auf 19 Cent pro Minute gefallen. Laut Telekom-Regulierungsbehörde Berec würde eine weitere Senkung Unternehmen gefährden, besonders die kleinen, die für Wettbewerb sorgen. Allzu sehr aufregen sollte man sich also nicht. Selbst wenn Lobbyisten ganze Arbeit geleistet haben und Minister derzeit auf der Leitung stehen: Roaming wird langfristig verschwinden, es passt nicht zu Europa.

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