Südwest Presse

Südwest Presse: KOMMENTAR · BUNDESWEHR

Ulm (ots) - Nicht verwendungsfähig

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mustert das Sturmgewehr G36 aus. Das ist eine harte Entscheidung, doch sie war überfällig. Denn wenn in dieser Rüstungsposse etwas eindeutig ist, dann das: Ein Soldat muss sich auf seine Waffe verlassen können - und zwar immer, überall und sogar bei Sonnenschein. Ein Gewehr, das im heißen Zustand nur noch eine Trefferquote von 7 statt der geforderten 90 Prozent aufweist, ist, um im militärischen Sprachgebrauch zu verbleiben, nicht verwendungsfähig. Für den Hersteller Heckler und Koch ist das ein kaum abzusehender Imageschaden, selbst wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass das G36 doch nicht so schlecht ist wie nun behauptet. Mit ihrem klaren Schritt hat Ursula von der Leyen deshalb vor allem ihre spätere Anschlussverwendung nach dem Ministeramt gesichert. Denn sie hat von ihren Vorgängern mehr als ein Ausrüstungsproblem übernommen - der Skandal um das G36 war schlicht einer zu viel. Nach Jahren der Labor- und Gefechtsbeurteilungen der Waffe wäre jedes weitere Zögern nicht mehr zu vermitteln gewesen - nicht in der Politik und erst recht nicht in der Truppe. In Sachen G36 werden wohl am Ende die Juristen das Sagen haben: Es ist nicht zu erwarten, dass Heckler und Koch die Schmach der krummen Knarre auf sich sitzen lässt. Und von der Leyen muss jetzt nachdenken: Wer soll rasch 167 000 Gewehre liefern, die tauglich sind?

Pressekontakt:

Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: