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Südwest Presse: KOMMENTAR · ALLEINERZIEHENDE

Ulm (ots) - Wirksame Hilfe

Als "echte Helden" hat SPD-Fraktionschef Oppermann die Alleinerziehenden gelobt. Was diese leisten, hat in der Tat heroische Qualitäten: Den Lebensunterhalt bestreiten, den Haushalt schmeißen, die Rolle von Vater und Mutter gleichzeitig übernehmen, die Hausaufgaben betreuen - und nicht zuletzt die Sorgen und Nöte der Kinder teilen. Wer diese Energie aufbringt und dabei die Nerven bewahrt, verdient Bewunderung. Nur: Davon kann man nichts kaufen, weder Schuhe noch Schulranzen. Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden ist besonders groß - 40 Prozent von ihnen beziehen Hartz IV, oft als Aufstocker, weil das Einkommen aus Minijobs oder Teilzeitarbeit und Unterhalt nicht reicht, um die Familie durchzubringen. Aus diesem Kreislauf kommen die Betroffenen selten heraus. Sie sind auf lange Sicht benachteiligt - bis hin zur später drohenden Armut im Alter. Die Erhöhung des steuerlichen Entlastungsbetrag ist nach zehn Jahren überfällig. Studien haben ergeben, dass diese Form der Unterstützung besonders wirksam ist. Sie erreicht mehr als eine Million Haushalte, entlastet Alleinerziehende spürbar und macht zudem eine Erwerbstätigkeit attraktiver, mit der sie Hartz IV entrinnen können. Erziehende Väter oder Mütter sind aber auch auf ein soziales Netzwerk, Hilfe durch Freunde oder Nachbarn und gute Betreuungsmöglichkeiten angewiesen. Hier können Gesellschaft und Politik noch nachlegen. Leider existieren immer noch Vorbehalte gegen Familien, die nicht dem traditionellen Muster entsprechen. Dabei kann man von Alleinerziehenden einiges lernen. Auch gelebte Lebensfreude trotz aller Widrigkeiten.

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