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Südwest Presse: Kommentar: Industrie

Ulm (ots) - Auf Qualifizierung kommt es an

Die Zahl klingt gewaltig: 390 000 neue Jobs soll die Digitalisierung der Produktion allein in Deutschland bringen. Das zumindest schreiben die Experten der renommierten Boston Consulting Group - beziehungsweise sie schätzen es. Denn die Industrie 4.0 steckt noch in den Kinderschuhen. Insofern sind alle Studien, wie sie nun im Vorfeld der Hannover Messe auf den Markt kommen, mit Vorsicht zu genießen. Fest steht aber, dass der Wandel in der Arbeitswelt nicht aufzuhalten ist, dass er dramatisch ausfallen und sich in rasantem Tempo vollziehen wird. Etliche Berufsbilder werden verschwinden, neue entstehen. Klar ist auch, dass die Digitalisierung zusätzliche Marktchancen eröffnet, weil sie hilft, kleinteiliger und individueller zu produzieren - etwa durch den Einsatz von 3-D-Druckern. Doch alles, was sich Experten und vor allem Unternehmen an wundersamem Potenzial erhoffen, steht und fällt mit der nötigen Qualifizierung. Wer seine Mitarbeiter für die Digitalisierung nicht fit macht, wird schnell abgehängt. Deshalb ist es gut, dass in Baden-Württemberg bereits Gewerkschaft, Wissenschaft und Wirtschaft eine Allianz "Industrie 4.0" geschmiedet haben und die IG Metall dafür einen Beirat gründet. Je früher die Beteiligten gemeinsam überlegen, wie der Wandel zu bewältigen ist, desto mehr wachsen die Chancen, dass Schätzungen wie die der Boston Consulting Group wenigstens ansatzweise Realität werden.

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