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Südwest Presse: KOMMENTAR · EXTREMISMUS

Ulm (ots) - Mehr Wehrhaftigkeit

Bemerkenswert am Vorgehen der Bremer Polizei gegen die radikale Islamistenszene ist die Vehemenz. Sie ist bei aller Entwarnung eben ein keineswegs überzogenes Zeichen des wehrhaften Staates gegen extremistische Umtriebe. Deutschland braucht mehr davon. Spätestens seit dem NSU-Skandal müsste es ein Ende haben mit dem Zaudern und Zögern im Abwehren radikaler Strömungen, seien sie rechter, linker oder religiöser Natur. Die Polizeigewerkschaft kritisiert die Zurückhaltung im Einschreiten gegen islamistische Terrorzellen und -nester. Ein Grund für politisches Phlegma ist, Hysterie zu vermeiden. Der zweite steckt in der wegen seiner belasteten Geschichte ausgeprägten Neigung dieses Landes zu politischer Überkorrektheit. Islamistischer Terror wird nicht als solcher benannt, um nicht der Ausländerfeindlichkeit oder der Ablehnung von Flüchtlingen bezichtigt zu werden. Abwiegelei nützt aber nichts. Der Mensch reagiert nicht wie im Märchen. Er steckt nicht die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen. Stattdessen wächst mit der Angst vor Islamisten-Terror die Urangst gegen Fremdes und Fremde. Das als weltoffen bekannte Bremen hat ein Exempel statuiert. Gegen terroristische Umtriebe. Aber in der Wirkung auch dafür, öffentlich differenzierter wahrzunehmen, wo ein demokratischer Staat und seine freiheitlichen Werte bedroht sind. Und wo er gefordert ist, in Not geratenen Menschen zu helfen.

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