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Südwest Presse: KOMMENTAR · BURKA-VERBOT Des Pudels Kern

Ulm (ots) - Zu Recht hat Julia Klöckner in den vergangenen Monaten die Debatte um ein Burka-Verbot in Deutschland erneut entfacht. Die "Vollverschleierung steht für mich nicht für religiöse Vielfalt, sondern für ein abwertendes Frauenbild", erklärte sie gestern gegenüber der Zeitung "Die Welt". Tatsächlich manifestiert die Burka in radikaler Form ein Frauenbild, das dem unserer Gesellschaft und unserer Verfassung in eklatanter Weise widerspricht. Es ist ein Symbol, das den - vor allem von Frauen - erkämpften Grundsatz der Gleichberechtigung mit Füßen tritt. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende nimmt mit ihren Argumenten die Seite der Frauen ein und vertritt ein Verbot aus dieser Sicht. Dennoch, so sagt sie, gehörten Muslime zu Deutschland. Schützenhilfe erhielt die rheinland-pfälzische Politikerin jetzt von ihrem Kollegen aus Baden-Württemberg, Guido Wolf - doch mit einer gänzlich anderen Intonierung. Der frisch gekürte Spitzenkandidat der CDU fühle sich von einer Frau mit Burka "bewusst ausgestoßen". Ein feiner Unterschied in den Argumenten - und eben doch des Pudels Kern in der Debatte. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Islam gelingt nur dann, wenn unsere Gesellschaft ihre in der Verfassung verankerten Werte offensiv vertritt und - notfalls auch mit einem Burka-Verbot - schützt. Argumente hingegen, man fühle sich von Teilen des Islam "ausgestoßen", haben immer einen Beigeschmack. Sie zielen auf pauschale Urteile und Ängste. Die wird der feinsinnige Jurist Wolf nicht teilen - aber je radikaler die Ablehnung formuliert ist, desto eher findet sie Anhänger am rechten Rand. Und die braucht man im Wahlkampf.

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