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Südwest Presse: KOMMENTAR · ARMUTSBERICHT

Ulm (ots) - KOMMENTAR · ARMUTSBERICHT

Regelmäßige Alarmrufe Fast jeder sechste Deutsche ist arm, ruft der Paritätische Wohlfahrtsverband; jeder 19. lebt in absoluter Armut, warnt die Caritas. Wie jedes Jahr schlagen die Sozialverbände Alarm. Und es stimmt ja: Für den gesunden Menschenverstand ist es unerklärbar, dass die Wirtschaft Jahr für Jahr zulegt, doch ein Teil der Menschen wenig davon hat. Erst in diesem Jahr erreichten die Reallöhne wieder den Wert der Jahrtausendwende. Dies ist neben wirtschaftlichen Gründen zu einem nicht unwesentlichen Teil eine Folge der rot-grünen Liberalisierungspolitik, die den Niedriglohnsektor ankurbelte und mit dem geringen Vermögensbehalt bei Hartz-IV-Beziehern einen Kreislauf der Armut in Gang setzte. Mit den Folgen leben Langzeitarbeitslose, Alleinstehende und in zunehmendem Maße auch Rentner bis heute. Es ist kein Zufall, dass die Bundesländer mit der höchsten Armutsquote auch jene mit der höchsten Arbeitslosigkeit sind - siehe Berlin -, Single-Quoten von nahe 50 Prozent haben wie Bremen oder unter Abwanderung leiden und daher viele Rentner und Geringverdiener zählen wie Mecklenburg-Vorpommern. Wer jetzt hofft, dass der Mindestlohn diese Zahlen deutlich ändern wird, könnte sich allerdings täuschen. Denn dieser wird höchstens die Zahl der Aufstocker reduzieren. Wirtschaftliche Stärke hingegen wie in Baden-Württemberg und Bayern als Armuts-Schlusslichter kann selbst die Politik nicht verordnen.

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