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Südwest Presse: KOMMENTAR · ANSCHLÄGE

Ulm (ots) - Schutz hat Vorrang

Wieder ist ein Zeichner, der mit seiner Feder einer Auseinandersetzung mit dem Islam nicht scheute, das Ziel. Und wieder geht die Gefahr von einem oder wenigen Tätern aus. "Einsame Wölfe" nennen Terrornetzwerke diese Mitstreiter, die ohne aufwendige Vorbereitung und ohne Organisation Leid und Tod bringen. Eine freie Gesellschaft kann sich vor solchen Wirrköpfen kaum schützen. Es sei denn, sie zahlt mit Freiheit in großer Münze. Der zweite tödliche Anschlag auf die Meinungsfreiheit binnen weniger Wochen zeigt aber auch: Der Kampf um Deutungshoheit ist bei uns angekommen. Die Auseinandersetzung über das Recht auf und die Grenzen für den freien Geist hat die Sphäre der Sonntagsreden verlassen. Jede Drohung erfordert eine schwierige Abwägung. Wie weit geht die Meinungsfreiheit - zum Beispiel auf Karnevalsumzügen? Schnelle Antworten helfen auch im Fall Braunschweigs nicht. Die Details, die zur Absage des Fasnachtsumzuges führten, sind noch nicht bekannt. Doch die Debatte, ob der Schritt nicht überzogen war, läuft. Ist die Polizei vor Demokratiefeinden eingeknickt? Nein. Man stelle sich vor: Hunderttausende, Kinder und Großeltern, warten am Straßenrand auf Klamauk und Bonbons - und bekommen von Attentätern, die sich unter Masken verstecken, Leid und Tod. Der Schutz der Bürger muss Vorrang haben, auch wenn das zu Einschränkungen führt.

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