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Südwest Presse: KOMMENTAR · USA

Ulm (ots) - KOMMENTAR · USA

Richtiges Zögern Nach dem grauenvollen Mord an drei jungen Menschen in Chapel Hill im US-Bundesstaat North Carolina, kritisieren Muslime in aller Welt das hartnäckige Schweigen des amerikanischen Präsidenten. Gewiss betont Barack Obama immer wieder, dass ungeachtet des Kampfes gegen den globalen Terrorismus und seiner faktischen Kriegserklärung an die IS-Milizen die USA eine Nation seien, in der Toleranz gelte. Egal welcher Herkunft ein Mensch sei, welche Hautfarbe er habe oder zu welchem Glauben er sich bekenne, sei er in Amerika zuhause. Müsste sich ein solcher Präsident nicht prompt zu Wort melden, den Mord verurteilen und zu einem Hassverbrechen erklären? So nachvollziehbar diese Empörung auch ist, so sehr muss man Obama zugutehalten, dass er besonnen reagieren muss. Zwar hat es den Anschein, als habe in einem der Südstaaten, in denen Vorurteile ausgeprägter sind als in liberaleren Regionen der USA, ein Rassist ein Hassverbrechen begangen. Doch sicher ist das nicht. Nachbarn beschreiben den Mörder als jähzornig und gewalttätig. Selbst so etwas Lächerliches wie ein Streit um eine Parklücke habe den Mann in Rage versetzen können. Hätte der Täter anders reagiert, wenn er mit drei Weißen im Clinch gelegen hätte? Das mag sein, aber man weiß es nicht. So gesehen reagiert der Präsident korrekt. Anstatt den tragischen Zwischenfall zu einem Politikum eskalieren zu lassen, ließ er das FBI einschalten. Gelangt die Bundespolizei zum Schluss, dass die Tat ein Hassverbrechen war, dann wird die Justiz darauf reagieren und den Mörder bestrafen. Spätestens dann wird sich der Präsident äußern.

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