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Südwest Presse: KOMMENTAR zu UKRAINE Ausgabe vom 24.01.2015

Ulm (ots) - KOMMENTAR zu UKRAINE

Ausgabe vom 24.01.2015 Es ist noch kein Kurswechsel, wohl aber ein neuer Ton. Bundeskanzlerin Merkel stellt Moskau Wirtschaftskooperationen in Aussicht, wenn der Kreml seinerseits alles erdenkbar Mögliche für eine Friedenslösung in der Ukraine unternimmt. Das Zeichen ist mit Bedacht gewählt. Ohne den Kreis der EU-Staaten zu verlassen, die sich in ungekannter Einstimmigkeit hinter den Russland-Sanktionen scharen, lockt die deutsche Regierungschefin den Kreml jetzt mit einer Vision von einer besseren Zukunft. Das wirtschaftlich in schwere Turbulenzen geratene Russland soll von seinem politischen Einsatz profitieren. Auf die Monate der Abgrenzung und Isolation könnte damit die Phase der Anreize folgen. Das Werben macht Sinn. Der mit jedem Tag blutiger werdende Krieg in der Ukraine ist nur mit Hilfe Moskaus zu lösen. Es braucht den Druck des großen Nachbarn, um die außer Rand und Band geratenen Separatisten einzufangen. Die setzen - wie die Regierung in Kiew - auf die Sprache der Gewalt und der Panzer. Damit wird die Vergangenheit zerstört - und die Zukunft gleich mit. In seiner Position einknicken muss der Westen nicht. Doch die Demütigung Moskaus ist noch kein Zeichen kluger Politik. Russland soll gesichtswahrend an den Verhandlungstisch kommen. Wenn Angebote im Bereich der Wirtschaft dabei helfen, gewinnen alle. In erster Linie jedoch die Menschen im Osten der Ukraine.

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