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Südwest Presse: KOMMENTAR · FREIHANDEL/LEBENSMITTEL Nur noch German Wurst?

Ulm (ots) - Oft bis in die letzte Rechtsinstanz haben Produzenten gekämpft, um Feta-Käse, Champagner, Filderkraut, bayerisches Bier, Thüringer und Nürnberger Bratwurst zu schützen. Und jetzt? Mit dem Freihandelsabkommen soll alles vorbei sein? Der US-Handelsbeauftragte Michael Froman hat recht. Das EU-Gütesiegelsystem hält beileibe nicht immer, was es verspricht. Bei geschützten geographischen Angaben muss nur ein Produktionsschritt in der genannten Region erfolgen. Es reicht also, wenn der Schinken im Schwarzwald geräuchert wird, das Schwein kann in Cloppenburg oder Dänemark gemästet worden sein. Doch müssen deshalb die USA die Regeln für den Freihandel mit Lebensmitteln diktieren? Manchem US-Bürger genügt es, wenn er "German Wurst" konsumiert. Doch bürgt dies für Qualität? Freihandel zwischen den USA und der EU im Lebensmittelbereich muss die Freiheit des Verbrauchers einschließen, zu wissen, was er isst. Dazu bedarf es in den USA wie in Europa einer klaren Kennzeichnung der Erzeugnisse. Die Herkunft der wichtigsten Zutaten muss genauso deklariert werden wie das Verwenden natürlicher und künstlicher Aromen und Zusätze. Das gilt auch für gentechnisch veränderte Organismen, ob sie im Produkt selbst zu finden sind oder im Futtermittel. Wer auf diese Transparenz, auf die alle Bürger einen Anspruch haben, verzichtet, wird der Akzeptanz für TTIP ewig hinterherlaufen.

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