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Südwest Presse: KOMMENTAR zu RUSSLAND Ausgabe vom 17.12.2014

Ulm (ots) - Südwest Presse Ulm, KOMMENTAR zu RUSSLAND Ausgabe vom 17.12.2014 Der Rubel bricht alle Minusrekorde und hat seit Jahresanfang die Hälfte seines Wertes verloren. Ein Absturz, den Experten mit dem fallenden Ölpreis und den westlichen Sanktionen gegen Moskau begründen. Aber beide Außenfaktoren erklären die galoppierende Schwindsucht nur zum Teil. Ganz offenbar traut Russland selbst seiner Währung nicht mehr. So wenig wie der Wirtschaftspolitik des Kreml, der marktwirtschaftliche Reformen predigt und Staatsmonopolismus praktiziert. Die Zentralbank schraubt auf der einen Seite die Leitzinsen in die Höhe und steckt zugleich einem von Putins Lieblingsstaatskonzernen schnell ein paar hundert Milliarden Dollar zu. Die Medien jubeln, das Wirtschaftsministerium aber bezweifelt öffentlich die statistischen Angaben des zuständigen Staatskomitees. Russland rüstet auf und macht auf Imperium, seine Infrastruktur aber verrottet, Industrie und Bildungswesen darben. Ironie des Schicksals, aber keineswegs Zufall, dass der Rubel sogar die Fallgeschwindigkeit der kriegsgeschüttelten ukrainischen Griwnja übertrifft. Jetzt droht der Rubel selbst Opfer eines Krieges zu werden, den russische Stoßtrupps begonnen haben. Gestern noch verhöhnte Premierminister Dmitri Medwedew die Ukraine, heute aber taumelt seine eigene Ölexportökonomie. Schon kreist in Moskau das Gerücht, er solle durch Ex-Wirtschaftsminister Alexei Kudrin ersetzt werden. Fragt sich nur, ob Kudrin den Job überhaupt möchte.

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